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Arbeitslosigkeit 2020: Coronavirus-Krise hinterlässt Spuren

 

Infolge der Coronavirus-Krise waren im Jahresdurchschnitt 2020 im Kanton Bern 3 900 Personen mehr arbeitslos als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 1.8 auf 2.5 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen ist in allen Verwaltungsregionen des Kantons Bern gestiegen. Die am stärksten betroffene Branche war das Gastgewerbe. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit erreichte einen historischen Höchstwert.

Arbeitslosigkeit

Aufgrund der Coronavirus-Krise und der wirtschaftlichen Folgen der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus stieg die Arbeitslosigkeit nach dem Lockdown im März sehr stark an. Ab Juni folgte die Arbeitslosigkeit der saisonalen Entwicklung, blieb aber auf hohem Niveau.

In der Schweiz betrug die durchschnittliche Arbeitslosenzahl im Jahr 2020 rund 146 000 Personen, dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 3.1 Prozent. Im Kanton Bern waren durchschnittlich 14 100 Personen bei einem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 2.5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen im Kanton Bern um 39 Prozent gestiegen (CH: 36 %). Dass die Arbeitslosigkeit angesichts des massiven Rückgangs der Wertschöpfung nicht stärker angestiegen ist, ist wesentlich der Kurzarbeitsentschädigung zu verdanken (vgl. letzter Abschnitt).


Entwicklung der Arbeitslosenquote, Kanton Bern und Schweiz




 
 
 
 
 
 
Entwicklung der Arbeitslosenquote, Kanton Bern und Schweiz

Bild vergrössern Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Arbeitsmarktstatistik

Arbeitslosigkeit nach Regionen

In allen Verwaltungsregionen stieg die Arbeitslosenquote 2020 an, vor allem aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus im Frühling und dem daraus folgenden wirtschaftlichen Einbruch. In den Verwaltungsregionen Jura bernois und Seeland war die Zunahme überdurchschnittlich hoch. Die Verwaltungsregion Jura bernois weist mit einem Jahresdurchschnitt von 4.0 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aller Verwaltungsregionen auf, das Oberland mit 1.8 Prozent die niedrigste. Jedoch stieg auch im Oberland die Arbeitslosenquote während des Lockdowns stark an, bevor sie sich im Sommer wieder erholen konnte.
 

Arbeitslosenquote nach Verwaltungsregionen, 2020

 
 
 
 
Arbeitslosenquote nach Verwaltungsregionen, 2020

Bild vergrössern Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Arbeitsmarkstatistik

Arbeitslosigkeit nach Branchen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Branchen ist sehr unterschiedlich verlaufen. Insbesondere das Gastgewerbe hat stark unter den Folgen der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus gelitten – die Arbeitslosenquote stieg zwischenzeitlich auf 8.3 Prozent. Im Jahresdurchschnitt betrug die Arbeitslosenquote 6.5 Prozent. Auch in der exportabhängigen Uhrenindustrie (2020: 5.8 %), bei den personenbezogenen Dienstleistungen (u.a. Reiseleiter, Coiffeure; 2020: 4.5 %) sowie in der MEM-Industrie (2020: 3.9 %) war im vergangenen Jahr ebenfalls ein überdurchschnittlich hoher Anstieg zu verzeichnen.


Arbeitslosenquote nach ausgewählten Branchen, Kanton Bern, 2020



 
 
 
 
Arbeitslosenquote nach ausgewählten Branchen, Kanton Bern, 2020

Bild vergrössern Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Arbeitsmarktstatistik

Kurzarbeit

Viele Unternehmen nutzten 2020 das Instrument der Kurzarbeitsentschädigung, welches dazu dient, vorübergehende Beschäftigungseinbrüche auszugleichen und Arbeitsplätze zu erhalten. Während in krisenfreien Zeiten kaum auf Kurzarbeit zurückgegriffen wird, stieg die Anzahl der Voranmeldungen aufgrund des Lockdowns im Frühling extrem an. Im Kanton Bern wurden alleine im März 19 000 Gesuche mit 222 000 potenziell betroffenen Beschäftigten eingereicht – dies entspricht 30 Prozent aller Beschäftigten im Kanton. Der Anstieg der Gesuche und der potenziell betroffenen Beschäftigten im August ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die maximale Bewilligungsdauer von Kurzarbeit per 1.9.2020 wiederum 3 statt 6 Monate betrug und betroffene Unternehmen ein neues Kurzarbeitsgesuch einreichen mussten. Mit der zweiten Pandemiewelle und den erneuten Restriktionsbestimmungen ab Oktober nahmen die Gesuche wieder zu.


Voranmeldungen für Kurzarbeit im Kanton Bern, 2020p



 
 
 
 
 
Voranmeldungen für Kurzarbeit im Kanton Bern, 2020p

Bild vergrössern p: provisorische Werte für 2020. Hinweis: Achsen unterschiedlich skaliert. Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Arbeitsmarktstatistik


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