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Arbeitsproduktivität: Überdurchschnittlicher Anstieg im Kanton Bern

Im Jahr 2018 betrug die Arbeitsproduktivität im Kanton Bern 163 000 Franken und liegt damit knapp unter dem Schweizer Durchschnitt. Im Finanzsektor ist die Arbeitsproduktivität am höchsten und in der Landwirtschaft am geringsten. Da nicht alle Branchen in gleichem Ausmass vom technologischen Fortschritt profitieren können, hat sich die Arbeitsproduktivität in den letzten Jahren unterschiedlich entwickelt. Davon konnte die Verwaltungsregion Emmental-Oberaargau am stärksten profitieren.


Die Arbeitsproduktivität berechnet sich aus der Bruttowertschöpfung sowie der Anzahl Beschäftigten und sagt aus, wie viel Wertschöpfung mit der eingesetzten Arbeit durchschnittlich generiert wird. Damit die Zahlen vergleichbar sind, wird die Arbeitsproduktivität auf Basis von Vollzeitbeschäftigten berechnet.


Die Arbeitsproduktivität einer Region hängt stark von der Branchenstruktur ab und ist eng mit dem Einkommen und dem Lebensstandard verknüpft. Die Produktivität steigt, wenn pro Beschäftigten eine höhere Wertschöpfung generiert wird – sei es durch einen höheren Kapitaleinsatz oder eine Verschiebung der Beschäftigung hin zu produktiveren Branchen.

Arbeitsproduktivität nach Kantonen

Die durchschnittliche Arbeitsproduktivität betrug 2018 im Kanton Bern 163 000 Franken. Damit liegt der Kanton Bern knapp unter dem Schweizer Durchschnitt von 167 000 Franken. In den vergangenen zehn Jahren ist die Arbeitsproduktivität im Kanton Bern jedoch stärker gestiegen als im Schweizer Durchschnitt.

Arbeitsproduktivität nach Kantonen, in Franken, 2018p

Arbeitsproduktivität nach Kantonen, in Franken, 2018p

Bild vergrössern Quelle: BAK Economics (provisorische Werte für 2018)

Arbeitsproduktivität nach Branchen

Beim Vergleich zwischen den Branchen ist zu beachten, dass die Arbeitsproduktivität stark vom eingesetzten Kapital und dem Marktwert der erbrachten Leistung abhängig ist. Wissens- und kapitalintensive Branchen weisen deshalb eine höhere Arbeitsproduktivität aus als arbeitsintensive Branchen.


Die produktivste Branche ist der Finanzsektor, in welchem die Arbeitsproduktivität 291 000 Franken pro Jahr beträgt. Weitere hochproduktive Branchen sind Chemie- und Pharma sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT). Am niedrigsten ist die Arbeitsproduktivität im Gastgewerbe sowie der Landwirtschaft.

Arbeitsproduktivität nach Branchen, in Franken, Kanton Bern, 2018p

 
Arbeitsproduktivität nach Branchen, in Franken, Kanton Bern, 2018p

Bild vergrössern Quelle: BAK Economics (provisorische Werte für 2018)

Entwicklung der Arbeitsproduktivität nach Branchen

Die Veränderung der Arbeitsproduktivität ist massgeblich vom technologischen Fortschritt abhängig. Da die einzelnen Branchen in unterschiedlichem Ausmass davon profitieren können, zeigen sich in der Entwicklung der Arbeitsproduktivität wesentliche Unterschiede. Gleichzeitig werden diese langfristigen Trends durch konjunkturelle Einflüsse teilweise überlagert.


Im Kanton Bern hat die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität seit 2008 um rund 8 Prozent zugenommen. In dieser Zeit konnte der Detailhandel die Arbeitsproduktivität am meisten steigern, was mit der Digitalisierung und den damit verbundenen strukturellen Veränderungen der Branche zusammenhängt. Im Finanzsektor und der Industrie – die ebenfalls massgeblich von der Digitalisierung profitieren – haben die Verwerfungen im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2008/2009 zu einem vorübergehenden Rückgang der Wertschöpfung und demzufolge auch zu einer tieferen Arbeitsproduktivität geführt. Dieser Rückgang konnte mittlerweile wieder kompensiert werden. Einzig das Gastgewerbe verzeichnete seit 2008 einen signifikanten Rückgang der Arbeitsproduktivität – nicht zuletzt deshalb, weil es sich um eine arbeitsintensive Branche handelt, die kaum vom technologischen Fortschritt profitieren kann.

 
Arbeitsproduktivität nach Branchen, 2008-2018p (indexiert, 2008 = 100)(Nettoerwerbsquote), Kanton Bern

 
Arbeitsproduktivität nach Branchen, 2008-2018p (indexiert, 2008 = 100)

Bild vergrössern Quelle: BAK Economics (provisorische Werte für 2018)

Arbeitsproduktivität in den Verwaltungsregionen

Die Arbeitsproduktivität in den fünf Verwaltungsregionen des Kantons weist deutliche Unterschiede auf. In Bern-Mittelland liegt die Arbeitsproduktivität mit 179 000 Franken deutlich über dem Schweizer Durchschnitt. In den übrigen Verwaltungsregionen ist der Wert unterdurchschnittlich, am tiefsten im Berner Oberland mit 138 000 Franken. Der Hauptgrund liegt in der arbeitsintensiven Branchenstruktur: Das Oberland ist aufgrund des Tourismus stark vom Gastgewerbe geprägt. Hinzu kommt eine bedeutende Bau- und Landwirtschaft.
Die Branchenstruktur wirkt sich auch auf die Entwicklung der Arbeitsproduktivität aus. In vier der fünf Verwaltungsregionen war der Produktivitätszuwachs in den vergangenen zehn Jahren grösser als im Schweizer Durchschnitt. Im Jura bernois führte die starke industrielle Abhängigkeit zu deutlich grösseren Schwankungen und einem insgesamt unterdurchschnittlichen Wachstum.

  
Arbeitsproduktivität nach Verwaltungsregionen, 2008-2018p (indexiert 2008 = 100)

 
Arbeitsproduktivität nach Verwaltungsregionen, 2008-2018p (indexiert 2008 = 100)

Bild vergrössern Quelle: BAK Economics (provisorische Werte für 2018)


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