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Neobiota

Gebietsfremde biologische Arten (Neobiota) haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Besonders die Geschwindigkeit und das Ausmass der Ausbreitung dieser nicht-heimischen Organismen hat zur Folge, dass sich einheimische Arten nicht an die neuen Konkurrenten anpassen können. Die invasiven Neobiota stellen aber auch ein Problem dar, da sie ökonomische und gesundheitliche Schäden verursachen können (z.B Ambrosia, welche bei Menschen Allergien auslösen kann).

Der Kanton Bern hat diese Probleme erkannt und eine kantonale Strategie zum Umgang mit krankheitsauslösenden oder aggressiv ausbreitenden Schadorganismen ausgearbeitet.

Aktuell: Eschentriebsterben im Berner Wald

Verlichtete Krone aufgrund von Eschentriebsterben

Bild vergrössern Quelle: Waldschutz Schweiz / WSL Birmensdorf

Im Kanton Bern sind zahlreiche Eschen vom Eschentriebsterben (auch Eschenwelke genannt) betroffen. Beim Verursacher handelt es sich um einen Pilz, der aus Ostasien in die Schweiz eingeschleppt wurde und sich in den letzten Jahren rasch ausgebreitet hat. Die Pilzerkrankung führt dazu, dass Pflanzenteile oberhalb des Befalls welken und absterben. In der Folge verlichtet sich bei älteren Bäumen die Krone, befallene Jungpflanzen gehen ein. Bisher sind keine wirksamen Bekämpfungsmethoden bekannt.

Empfehlungen für den Umgang mit dem Eschentriebsterben

  • Resistenz: Es zeichnet sich ab, dass einzelne Eschen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung weniger anfällig oder resistent gegen die Krankheit sind. Befallene Eschenbestände sollten deswegen zunächst nur aufmerksam beobachtet werden. Sofortige Eingriffe sind in der Regel nicht erforderlich. Gesunde Eschen in befallenen Beständen sollten auf jeden Fall belassen werden, weil es sich dabei um resistente Exemplare handeln könnte.
  • Markt: Der Holzmarkt kann eine vermehrte Eschenernte im Rahmen der diesjährigen Holznutzung aufnehmen. Die Nutzung von schönen, aber stark befallenen Eschen zur Vermeidung von Wertverlusten ist daher empfohlen. Eine Eliminierungsaktion würde den Markt hingegen empfindlich stören.
  • Sicherheit: Grosse, abgestorbene Teile einer erkrankten Esche sind vermehrt abbruchgefährdet. Diese sollten dort entfernt werden, wo sie eine ernsthafte Gefahr darstellen (Bsp.: über einer eingerichteten Feuerstelle).
  • Waldbau: Die Entwicklung sollte gut beobachtet und waldbaulich berücksichtigt werden. Besonders in der Jungwuchs- und der Stangenholzpflege sollte das Augenmerk auf eine gute Risikoverteilung gerichtet werden. Bei Pflegeeingriffen sind vermehrt andere Laubbaumarten als die Esche zu berücksichtigen.

Für Fragen im Umgang mit befallenen Beständen bieten die zuständigen Förster Beratungen an.

Die wichtigsten Neobiota im Berner Wald


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