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Rodungen

Umgangssprachlich wird unter Rodung das Fällen von Bäumen verstanden. Dabei handelt es sich jedoch meistens um einen Holzschlag. Bei einem Holzschlag werden auf einer Waldfläche Bäume gefällt. Darauf wachsen anschliessend wieder Bäume – entweder weil sie natürlich nachwachsen oder gepflanzt wird.

Rechtlich gesehen spricht man von einer Rodung, wenn der Waldboden zweckentfremdet wird. Zum Beispiel: Eine grössere Fläche des Waldes wird für den Bau einer neuen Bahnlinie oder für den Kiesabbau verwendet. Es wird zwischen temporärer und definitiver Rodung unterschieden:

Bei einer temporären Rodung wird der Waldboden vorübergehend für waldfremde Zwecke genutzt wie z.B. als Baupiste oder für die Verlegung einer Leitung durch den Wald. Nach Abschluss der fremden Nutzung wird die Fläche wieder bepflanzt und dem Wald zurückgegeben.

Bei einer definitiven Rodung verschwindet der Wald auf einer Fläche dauerhaft. Beispielsweise werden für den Bau einer Strasse oder eines Gebäudes definitive Rodungen benötigt. Bei einer definitiven Rodung sind Ersatzmassnahmen nötig.

Jede Rodung – ob temporär oder definitiv – erfordert eine Bewilligung. Denn: Laut Waldgesetz sind Rodungen grundsätzlich verboten. Für eine Ausnahmebewilligung muss eine umfassende Interessenabwägung erfolgen und ein Rodungsgesuch eingereicht werden. Dazu sind einige Fragen zu beantworten:

  • Liegen wichtige Gründe vor, die bedeutender sind als das Interesse am Wald, z.B. der Schutz von Menschen vor Hochwasser und Überschwemmungen?
  • Ist das Projekt auf einen Standort im Wald angewiesen oder gibt es Alternativen?
  • Sind die Voraussetzungen der Raumplanung erfüllt, gibt es z.B. eine Bewilligung für das Bauen ausserhalb von Bauzonen?
  • Wird durch die Rodung die Umwelt gefährdet, z.B. weil ein Schutzwald teilweise entfernt werden muss?
  • Wird der Natur- und Heimatschutz berücksichtigt, d.h. findet die Rodung in einem Wald-reservat, in einem schützenswerten Lebensraum oder auf einem Standort mit geschützten Arten statt? 

Rechtliche Grundlagen 

WaG Art. 4 bis 10
Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über den Wald (SR 921.0)

WaV Art. 4 bis 11
Verordnung über den Wald vom 30. November 1992 (SR 921.01)

KWaG Art. 19 und 20
Kantonales Waldgesetz vom 5. Mai 1997 (BSG 921.11)


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