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Verjüngung, Pflege und Verkürzung Umtriebszeiten

...für schnelle Anpassungen

Die Verjüngung und Pflege des Waldes sind Instrumente, mit denen im Waldbau am schnellsten Anpassungen an den Klimawandel erreicht werden können. Grundsätzlich gilt es, jede Chance zu nutzen, ohne dabei die Verhältnismässigkeit aus den Augen zu verlieren. An besonders klimagefährdeten Standorten hingegen sollten vordringlich Massnahmen ergriffen werden.

Verjüngung des Waldes

Die Verjüngung ist jene waldbauliche Massnahme mit den weitreichendsten Folgen. Diese kann auf zwei verschiedene Arten geschehen: Durch die natürliche Verjüngung, also das Aufwachsen aus Samen von vorhandenen Bäumen, und die Pflanzung.

Natürliche Verjüngung ja, aber...

Die natürliche Verjüngung ist aus praktischen und wirtschaftlichen Gründen vorzuziehen. Eine Vorverjüngung (junge Bäume unter alten und in Wartestellung) erleichtert beispielsweise die Wiederbewaldung nach einem flächigen Ausfall des Waldes. Allerdings kann man nicht erwarten, dass die natürliche Ausbreitung von klimaverträglichen Baumarten mit dem Klimawandel Schritt halten kann. Deshalb muss die Pflanzung immer in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Pflanzung

Um mit dem Klimawandel im Waldbau mithalten zu können, muss auch auf Pflanzungen gesetzt werden. Ein kurzfristiger Wechsel und eine grosse Vielfalt an Baumarten ist nur mit einer künstlichen Verjüngung zu erreichen. Daher wird die Pflanzung in Zukunft wieder an Bedeutung gewinnen.

Chancen nutzen

Wird heute beispielsweise ein Altbestand geerntet, so bietet sich dem Waldbesitzenden eine grosse Chance im Waldbau. Er hat hier die Möglichkeit den nächsten Wald, der auf seinem Grundstück wachsen soll bereits auf den Klimawandel vorzubereiten. Bei der Waldgestaltung sollten daher alle Schlüsselsituationen mit grossen Gestaltungsmöglichkeiten genutzt werden.

Vorräte etappenweise reduzieren

Hohe Vorräte sind oft mit grossen Baumhöhen und einem hohen Fichtenanteil verbunden. Diese beiden Faktoren erhöhen zusammen mit den künftig vermehrten Witterungsextremen die Gefahr eines Ausfalls. Zur Risikominimierung sollten die Vorräte etappenweise reduziert werden.

Umtriebszeiten verkürzen

Vom Sämling bis zur Nutzung eines Baumes vergeht oftmals ein ganzes Jahrhundert. Werden diese Umtriebszeiten verkürzt, führt dies zu geringeren Baumhöhen und kleineren Durchmessern. Das Risiko durch Sturmschäden sinkt wesentlich, die Holzverarbeiter erhalten die gewünschten kleineren Durchmesser und unter dem Klimawandel ermöglicht es eine raschere Anpassung der Baumartenmischung.

Wälder auf klimasensiblen Standorten

Auf klimasensiblen Standorten (z.B Jurasüdfuss) geraten Bäume in Zukunft unter Trockenstress. An solchen Orten muss auch mit viel dürrem Holz in brandgefährdetem Klima gerechnet werden. Um Waldbrände zu vermeiden und auch in Zukunft einen Wald an solchen Standorten zu haben, müssen hier waldbauliche Massnahmen vorrangig angegangen werden.


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