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Luftreinhaltung Trotz geringer Ozonbelastung keine Entwarnung

27. Oktober 2020 – Medienmitteilung

Verglichen mit den letzten zwanzig Jahren fiel die Ozonbelastung im Sommer 2020 verhältnismässig gering aus. Die Grenzwerte wurden dennoch oft überschritten und die Reduktionsbemühungen müssen zum Wohl von Mensch und Umwelt konsequent fortgesetzt werden.

Die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) sieht für Ozon einen Immissionsgrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter als Stundenmittelwert vor, der pro Jahr nur einmal überschritten werden darf. Der Stundenmittelwert wurde - trotz der im Vergleich zu den Vorjahren geringen Ozonbelastung - in diesem Sommer je nach Standort bis zu über 170-mal überschritten. Ab einem Schwellenwert von 180 Mikrogramm erfolgt eine verstärkte Information der Bevölkerung durch die Behörden. Diese Schwelle wurde im vergangenen Sommer nie erreicht, der Maximalwert lag bei ca. 160 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Warum die Ozonbelastung im Sommer ansteigt 

Ozon bildet sich unter intensiver Sonneneinstrahlung durch eine photochemische Reaktion aus den sogenannten Vorläufersubstanzen Stickstoffdioxide (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Diese Luftschadstoffe entstehen zum Beispiel im Strassenverkehr oder beim Gebrauch von Lösungsmitteln.

Die Ozonbelastung spiegelt deshalb vor allem auch die meteorologischen Rahmenbedingungen wieder und zeigt einen typischen Jahresverlauf. Eine starke Sonneneinstrahlung und stabile Luftmassen über mehrere Tage (kein Wind, wenig Luftaustausch) begünstigen die Bildung von Ozon. Die Werte können sich deshalb von Jahr zu Jahr zum Teil stark unterscheiden. Generell werden in den Sommermonaten bedeutend höhere Konzentrationen gemessen als im Winter. Die deutliche Belastungsspitze im Jahr 2003 lässt sich mit dem damaligen Hitzesommer erklären.

Negative Wirkungen auf Mensch und Umwelt

Ozon kann beim Menschen die Schleimhaut der Atemwege reizen, Druck auf der Brust verursachen und die Leistungsfähigkeit der Lunge vermindern. Bei den Pflanzen wirkt Ozon als Zellgift, vermindert die Fotosynthese-Leistung und damit das Wachstum der Pflanzen. Nach Kohlendioxid und Methan trägt Ozon als drittwichtigstes anthropogenes (vom Mensch verursachten) Gas zur Klimaerwärmung bei.

Die weltweite Ozonbelastung bleibt deshalb problematisch und die Reduktionsbemühungen müssen fortgesetzt werden. Der Kanton Bern setzt die vorsorglichen Massnahmen in der LRV zur Begrenzung der Luftschadstoffemissionen fortwährend um. Mit seinem Massnahmenplan trägt der Kanton zusätzlich zur Reduktion der für die Ozonbildung verantwortlichen Vorläuferschadstoffe NOx und VOC bei. Zudem kann auch jeder Einzelne mit seinem persönlichen Verhalten zu besserer Luft beitragen.

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