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Invasive Neozoen bedrohen Pflanzen und Tiere

Neozoen, also eingeschleppte oder eingewanderte Tierarten, finden weniger Beachtung als die Neophyten. Viele sind kleine, unscheinbare Wassertiere oder Insekten. Einige Tiere haben dennoch eine gewisse Bekanntheit erlangt:

  • Der Kartoffelkäfer
    Mit der Kartoffel kam auch ihr Schädling, der Kartoffelkäfer, aus Amerika zu uns. Früher hat er ganze Ernten vernichtet. Heute wird er dank Insektiziden in Schach gehalten.
  • Der Sumpfkrebs
    Aus kulinarischen Gründen wurden Sumpfkrebse und andere amerikanische Krebsarten ausgesetzt. Mit ihnen wurde auch die Krebspest, ein Fadenpilz, eingeschleppt. Die einheimischen Krebse sterben daran, die ausgesetzten Arten sind praktisch immun.
  • Die Wandermuschel
    Die Wandermuschel stammt ursprünglich aus der Gegend des Kaspischen und Schwarzen Meeres. Sie kann Leitungen verstopfen. Die Schalen toter Muscheln behindern den Schiffsverkehr. Unterhalb der Schiffsschleuse Port bei Biel mussten 1'000 Kubikmeter Muschelschalen ausgebaggert werden! Wandermuscheln setzen sich auch häufig auf den Schalen anderer, einheimischer Muscheln fest, wodurch diese behindert werden. Badende können sich an den scharfen Kanten der Schalen verletzen.

Neben "normalen" Neozoen gibt es auch invasive Neozoen. Der Umgang mit drei Arten wurde in der Freisetzungsverordnung verboten:

  • Der Asiatische Marienkäfer
    Ursprünglich zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen in Gewächshäusern eingeführt, hat der Asiatische Marienkäfer den Weg nach draussen gefunden. Er ist sehr aggressiv und hat in vielen Gegenden den einheimischen Marienkäfer verdrängt. Paradoxerweise frisst er auch an beschädigten Trauben oder verkriecht sich darin – mit seinem unangenehmen Geschmack kann er die Weinernte gefährden.
  • Die Rotwangen-Schmuckschildkröte
    Noch heute wird die Rotwangen-Schmuckschildkröte zur Haltung als Heimtier im Mississippi-Gebiet millionenfach gezüchtet und in die ganze Welt exportiert. Überleben die putzigen Tierchen ihr erstes Jahr im Aquarium, werden sie den Besitzern oft zu gross und in heimischen Gewässern "entsorgt". Dort wachsen sie zu stattlichen Exemplaren von bis zu 30 Zentimeter Grösse heran. Sie fressen alles, was sie überwältigen können, und richten so grosse Schäden an.
  • Der Amerikanische Ochsenfrosch
    Wie die Rotwangen-Schmuckschildkröte frisst auch der Ochsenfrosch alles, was er erbeuten kann. So kommt es vor, dass er auch einheimische Amphibien frisst. In seinem Ursprungsland Amerika nehmen die Bestände ab. Da er bei uns keine natürlichen Feinde hat, besteht die grosse Gefahr, dass er sich invasiv ausbreitet.

Die frühzeitige Bekämpfung dieser invasiven Neozoen verhindert oder mindert die von ihnen verursachten Probleme und spart viel Geld und Zeit.


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