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Die Fischfauna des Bielersees unter der Lupe

5. Juli 2018

Im September 2017 wurde der Bielersee von einem Team aus Fischbiologen mit Netzen und Elektrofischfanggerät während einer Woche wissenschaftlich beprobt. Das Ziel lag darin, die Artenvielfalt, die Häufigkeit der Fische und deren Biomasse in den Seen abzuschätzen, und die Eigenheiten des Bielersees im Vergleich zu anderen Schweizer Seen zu beschrieben. Der Schlussbericht liegt nun vor.

Der Bielersee ist ein mesotropher (mässig produktiver) See, der im Verlauf des letzten Jahrhunderts durch die Eutrophierung und durch wasserbauliche Eingriffe (Juragewässerkorrektion, Wasserstandregulation, Uferaufschüttungen und –verbauungen) deutlich beeinträchtigt wurde.

Der Fischbestand befindet sich in einem recht guten Zustand. Im Vergleich mit anderen Seen ist der Bielersee ertrag- und artenreich, und für die Berufs- und Angelfischer attraktiv. Er weist einen guten Felchen- und Eglibestand auf und wird ergänzt durch andere attraktive Arten wie Hecht, Wels, Trüsche und Zander. Während der Beprobungswoche liessen sich 25 Fischarten und eine Flusskrebsart fangen. Die Fischartenzusammensetzung entspricht über weite Strecken dem historischen Artenspektrum. Nur wenige Arten sind im See verschwunden und wenige standortfremde Fischarten kamen seither dazu.

Hohe Fischdichten und viele Fischarten zeigten sich in den Uferpartien bei Zuflüssen, Totholzstrukturen, Steinen und Wasserpflanzen. Auffallend war das Defizit an Fischen in Tiefen unter rund 40 m. Dies wird vermutlich den reduzierten Sauerstoffbedingungen in der Tiefe gegen Ende der Schichtungsphase (Frühherbst) geschuldet. Auch das massenhafte Auftreten von kleinen Egli, sowie die Stichlingsschwärme im offenen Wasserkörper sind als weitere charakteristische Eigenheiten zu nennen.

Die Befischungen wurden im Rahmen des gesamtschweizerischen Forschungsprojekt „Projet Lac“ zur Erhebung der Fischfauna in den grossen Schweizer Seen durchgeführt. Der Bielersee ist der 28. Schweizer See, der nach demselben Ansatz beprobt wird. Der standardisierte Methodenansatz erlaubt es, die Entwicklung des Fischbestands im Bielersee mittel- bis langfristig detailliert zu verfolgen.

Link zum Bericht (PDF, 3 MB, 49 Seiten) 

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