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Aktuelles / Beobachtungsnetz

Aktuelle Beobachtungen und Empfehlungen vom 3. August 2020

Kurze Infos
  • Raps: Ausfallraps jetzt beseitigen.
  • Zuckerrüben: Ursachen für gelbe Blätter

Ausfallraps beseitigen

Der Ausfallraps ist genügend aufgelaufen, dass er gut mechanisch erfasst, und beseitigt werden kann.

Bild vergrössern Der Ausfallraps ist genügend aufgelaufen, dass er gut mechanisch erfasst, und beseitigt werden kann.

Rapsstoppeln sowie Ausfallraps sind eine Infektionsquelle für Phoma (Sporenbildung) und fördern Schädlinge. Die Krankheit Phoma befällt die jungen Rapspflanzen und führt zu Auswinterungsschäden. Deshalb sollte der Ausfallraps, sobald dieser ausreichend aufgelaufen ist, beseitigt werden. Im Falle von viel nachkeimendem Raps, kann es nötig werden, die flache Bodenbearbeitung zu wiederholen.

Gelbe Zuckerrüben, was sind die Ursachen?

Das Vergilbungsvirus wird Gegensatz zu SBR bereits im Juni sichtbar.

Bild vergrössern Das Vergilbungsvirus wird Gegensatz zu SBR bereits im Juni sichtbar.

Dieses Jahr konnten auf vielen Feldern nesterweise Zuckerrüben mit gelben Blättern gefunden werden. Oftmals wird befürchtet, dass es sich dabei um das "Syndrom Basses Richesses" (Syndrom des reduzierten Zuckergehalts, SBR) handelt. Dieses Jahr sind diese Vergilbungen an den meisten Orten bereits im Juni sichtbar geworden, so dass es sich mit grosser Sicherheit um die Viröse Vergilbung handelt. Im Folgenden ein Vergleich der beiden Krankheiten:

 

Viröse Vergilbung

Syndrom Basses Richesses (SBR)

Verursacher 3 verschiedene Viren Bakterium
Übertragen durch Grüne Pfirsischblattlaus
Schwarze Bohn- oder Rübenblattlaus
Schilfsglasflügel Zykade

Bekannt seit

Bis ca. 1990 häufig, seither wegen Beizung eher unbedeutend
2020 seit langem wieder bedeutend (Wegfall der Beizung).
Erster bestätigter Fall in der Schweiz: 2017 (in Frankreich bereits 1991)
Symptome

Ab Juni sichtbar (bei milden Wintern ev. früher)

Von der Spitze beginnende Aufhellung der älteren Blätter
Kreisrunde Befallsnester, später oft ganzes Feld betroffen

Ab August sichtbar

Ausgeprägte Gelbfärbung der Blätter, lanzettlicher Neuzuwachs, Verbräunung der Leitbündel an den Rübenkörpern.

Auswirkungen

Bis 2%-Punkte weniger Zuckergehalt

Bis 50% weniger Ertrag

Bis 4%-Punkte weniger Zuckergehalt
Bekämpfung Insektizide gegen Blattläuse im Frühjahr teilweise wirksam
Winterquartiere der Blattläuse wie Rübenköpfe oder offene Mieten beseitigen
Insektizide gegen Zickaden kaum wirksam
Feldhygiene wie bei Vergilbungsvirus.

Empfehlungen der letzten Wochen

Kartoffeln: Krautvernichtung

Bei einem grossen Teil der Kartoffelbestände wird in den nächsten zwei Wochen die Krautvernichtung durchgeführt oder sie hat bereits stattgefunden.

Bisher wurde dazu in den meisten Fällen Reglone oder ein anderes Mittel mit dem Wirkstoff Diquat verwendet. Dieser Wirkstoff hat aber dieses Jahr die Zulassung verloren. Es besteht eine Aufbrauchsfrist bis am 01.07.2022. Solange dürfen Produkte mit Diquat noch verwendet werden, da aber keine neuen mehr produziert oder eingeführt werden dürfen, werden sie kaum mehr erhältlich sein. Bei der Fenaco und in der EU sind sie bereits ausverkauft, einzelne Landis verfügen noch über Restbestände.

Krautvernichtung ohne Diquat bereits dieses Jahr?

Als Ersatz für Diquat stehen die beiden Produkte Spotligth Plus (Wirkstoff Carfentrazone) und Firebird Plus (Wirkstoff Pyraflufen) zur Verfügung. Bei beiden handelt es sich um reine Kontaktwirkstoffe und auch sonst sind sie recht ähnlich. Im Gegensatz zu Diquat braucht es einige Tage bis die ersten Nekrosen sichtbar werden, welche mit der Zeit ineinander laufen. Da die Wirkung über die Unterbrechung der Fotosynthese erfolgt, ist eine hohe Lichtintensität nach der Behandlung wichtig, der Einsatz erfolgt daher vorzugsweise am Morgen bei unbedecktem Himmel. Es können maximal zwei Behandlungen durchgeführt werden, ein vor- oder nachgängiges Schlegeln wird empfohlen.

 

Nach der Getreideernte läuft vorhandenes Erdmandelgras schnell wieder auf und ist dann gut zu erkennen.

Bild vergrössern Nach der Getreideernte läuft vorhandenes Erdmandelgras schnell wieder auf und ist dann gut zu erkennen.

Erdmandelgras

Nach der Getreideernte kann vorhandenes Erdmandelgras schnell wieder auflaufen und ist auch in der Lage wieder Knöllchen zu bilden, falls es nicht bekämpft wird. Mehr Infos zur Bestimmung und Bekämpfung von kleinen oder grossflächigen Befällen hier.

Film zum Erdmandelgras

Die bekannten Befälle sind auf dem Geoportal aufgeschaltet. Melden Sie neue Befälle!

Stoppelbearbeitung

Neben Erdmandelgras können nach der Ernte auch andere Problemunkräuter wie Disteln und Quecken gut bekämpft werden.

Mechanisch

Bei einer mechanischen Bekämpfung wird der Boden möglichst ganzflächig in der Tiefe der Unkräuter durchschnitten. Das Ziel ist es die Wurzeln und Rhizome an die Oberfläche zu bringen, wo sie vertrocknen. 

Weitere Informationen.

Chemisch

Die Bekämpfung erfolgt mit Glyphosathaltigen Produkten. Das Produkt Kyleo enthält zusätzlich noch 2,4-D. Für die Bekämpfung von Winden ist auch die Kombination mit Dicamba möglich. Wichtig ist, dass die Dosierung auf die Unkrautart abgestimmt wird und die Unkräuter bereits wieder genügend Blattmasse entwickelt haben. 

Weitere Informationen: Merkblatt Glyphosat (PDF, 2 MB, 4 Seiten)

Zuckerrüben - Cerco überwachen

Wo die letzte Cerco-Spritzung drei bis vier Wochen zurückliegt, sollten nun die Felder erneut kontrolliert werden. Bei neuen Cerco-Flecken ist eine weitere Spritzung nötig.

Nach dem Einsatz eines Triazol-Fungizides sollten im Rübenfeld 10 Tage keine Arbeiten (z.B. Schosserrübenziehen) erfolgen. Falls doch, dann nur mit Schutzhandschuhen und Schutzanzug.

Mais: Überwachung Maiswurzelbohrer

Die Maiswurzelbohrerfallen sind über den ganzen Kanton verteilt aufgestellt worden und werden laufend überwacht.

Bild vergrössern Die Maiswurzelbohrerfallen sind über den ganzen Kanton verteilt aufgestellt worden und werden laufend überwacht.

Zur Überwachung des Maiswurzelbohrers wurden über den ganzen Kanton verteilt Fallen aufgestellt. Da die Maiswurzelbohrer erst ab Mitte August gefangen werden und bis Mitte September auftreten können, kann man noch keine Aussage machen, wie sich die Situation entwickelt. Für Landwirte in der Region Niederbipp/Oberaargau empfehlen wir, die Fruchtfolge ohne Mais auf Mais zu planen. 

Wirkstoffe gestrichen

Am 1. Juli 2020 hat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) 22 Wirkstoffe aus dem Anhang 1 des Pflanzenschutzmittel-verzeichnisses gestrichen:

Die Aufbrauchfrist für Produkte mit Chlorpropham (Kart. Keimhemmer) und Methiocarb (Mesurol) läuft bis am 30. September 2020. Für alle restlichen Produkte gilt eine Ausver-kaufsfrist von 12 Monaten plus weitere 12 Monate für deren Gebrauch (Bsp. Diquat). 


Weitere Informationen

 


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Informationen über diesen Webauftritt

https://www.vol.be.ch/vol/de/index/landwirtschaft/landwirtschaft/pflanzenschutz/ps-info.html