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Aktuelles / Beobachtungsnetz

Aktuelle Beobachtungen und Empfehlungen vom 17. November 2020

Kurze Infos
  • Zuckerrübenanbau ohne Gaucho
  • Kostenlos bei einem Arbeitskreis teilnehmen

Hinweis

Zwischen dem 1. November und dem 15. Februar ist gemäss den ÖLN-Richtlinien  der Einsatz von PSM im Ackerbau und Futterbau verboten.

Jahresrückblick

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Zeit es noch einmal Revue passieren zu lassen:

Präsentation Jahresrückblick (PDF, 3 MB, 19 Seiten)

Zusammenstellung aller Beobachtungen und Empfehlungen aus dem Jahr 2020 (PDF, 6 MB, 103 Seiten)

Blattläusebekämpfung ohne Gaucho

Seit Mitte November ist klar, auch nächstes Jahr bleibt das Beizmittel Gaucho im Zuckerrübenanbau verboten. Bei einem milden Winter wird deshalb – auch im kommenden Jahr – die Viröse Vergilbung bei den Zuckerrüben eine grosse Herausforderung sein. Als direkte Pflanzenschutzlösung wurden die Mittel Movento (ohne SoBe) und Gazelle (Sonderbewilligungspflichtig) für das Jahr 2021 freigegeben.
Als vorbeugende Massnahmen gelten:

  • Früher Saattermin
  • In der Nähe kein Anbau von Wirtspflanzen (Raps, Busch- oder Ackerbohnen)
  • Natürliche Feinde fördern (Vielfältige Vegetation)
  • Keine intensive Nitrat-Düngung

Arbeitskreise Pflanzenschutz – Kostenlose Weiterbildung

Im Arbeitskreis können gemeinsam Strategien für den Pflanzenschutz entwickelt und heikle Punkte angesprochen werden.

Bild vergrössern Im Arbeitskreis können gemeinsam Strategien für den Pflanzenschutz entwickelt und heikle Punkte angesprochen werden.

Ein besonderes Jahr mit teilweise speziellen Herausforderungen in der Pflanzenschutzberatung neigt sich dem Ende zu. Wir möchten Sie deshalb gerne darauf aufmerksam machen, dass auch in den kommenden Jahren Beratungen in Form von Arbeitskreisen stattfinden. Jährlich finden in den Arbeitskreisen 3 bis 5 Anlässe statt, in welchen Lösungsansätze zu den grössten Herausforderungen in den verschiedensten Bereichen des Pflanzenschutzes ausgetauscht werden. An solchen Anlässen werden oft viel Wissen und Erfahrungen vermittelt, welches auf dem eigenen Betrieb angewandt werden kann. Mögliche Themen welche nächstes Jahr in den Arbeitskreisen besprochen werden:

  • Zuckerrübenanbau ohne Gaucho
  • Insektizidstrategie im Rapsbau
  • Wie kann ich Resistenzen minimieren
  • Wie sieht der zukünftige Ackerbau aus?
  • Was sind zukunftsträchtige Kulturen?
  • Welche Kulturen sind wirtschaftlich?
  • Auf welche Pflanzenschutzstrategie soll ich setzten?

Weitere Infos (PDF, 700 KB, 2 Seiten) sowie das Anmeldeformular (PDF, 56 KB, 2 Seiten) finden Sie hier.

Das Anmelden und Mitwirken in diesem Arbeitskreis ist kostenlos!!

 

Empfehlungen der letzten Wochen

Raps: Erdflohlarven ausgezählt

Ende Oktober wurden in den Beobachtungsparzellen 5 x 5 Pflanzen diagonal über das Feld eingesammelt. Die Anzahl Larven in den Stängeln wurde mit dem Berlese-Verfahren ermittelt: Die Rapspflanzen werden hierbei gebündelt und mit einem Gitter über einen mit Seifenwasser gefüllten Behälter gelegt. Durch die zunehmende Trockenheit der Pflanzen kriechen die Larven heraus und fallen ins Seifenwasser. Wenn die Rapsstängel ausgetrocknet sind (dauert ca. 10-14 Tage), lässt sich die Anzahl Erdflohlarven im Wasserbecken zählen. Dieses Verfahren eignet sich, um den Larvendruck im Verhältnis zum Erdfloheinflug abzuschätzen sowie den Behandlungserfolg zu ermitteln.

Die Schadschwelle für Larven liegt bei 7 Larven pro 10 Pflanzen. Obwohl eine Schadschwelle existiert, eignet sich die Auszählung via Trocknung jedoch eher nicht zur Abschätzung des Behandlungsbedarfes (Insektizidspritzung), da das Verfahren lange dauert und der optimale Spritzzeitpunkt bei Vorliegen der Resultate bereits verstrichen ist. Um den Behandlungsbedarf abzuschätzen eignet sich die Gelbfalle besser. Werden mehr als 100 Käfer innert 3 Wochen gefangen, ist eine Behandlung Anfangs bis Mitte Oktober wirtschaftlich sinnvoll.

Die Ergebnisse der Berlese-Zählung zeigt wie stark der Erdflohdruck von lokalen Gegebenheiten abhängig ist. Die Schadschwelle von 7 Larven pro 10 Pflanzen  wurde in Uettligen, Utzenstorf, Wengi, Wangen an der Aare sowie einer Parzelle in Gampelen überschritten.

Am Standort Münchenbuchsee entsprechen die Resultate den Erwartungen, dass die Untersaat den Befall reduziert: obwohl der Teil ohne Untersaat behandelt wurde, wurden dort mehr Larven gefunden, wie im unbehandelten Teil mit Untersaat. Versuche von Agroscope mit verschiedenen Untersaat-Mischungen sowie resistenten Rapssorten zeigen eine ähnliche Tendenz. Bei sehr starkem Druck, kann dies jedoch teilweise nicht ausreichend sein. Die HAFL untersucht diese Aspekte in einem laufenden Versuch weiter.

Vergleich des Befalls mit Rapserdflöhen und Larven

Bild vergrössern Vergleich des Befalls mit Rapserdflöhen und Larven

Untersaaten im Raps: Insektizid und Herbizid reduzieren

Untersaaten im Raps erfordern eine standort-geeignete Mischung, wobei das Anbauverfahren erprobt werden muss (Ermittlung des optimalen Bodendeckungsgrades, Minimierung von Licht- und Nährstoffkonkurrenz zur Hauptkultur). Weiter sollte auf den Parzellen kein starker Unkrautdruck herrschen und keine Problemunkräuter vorhanden sein.

Erfolgreiche Untersaaten erbringen:

  • Reduktion von Frassschäden des Erdflohs (Einsparung Insektizide).
  • Unterdrückung von unerwünschten Gräser und Kräutern (Einsparung Herbizide)
Konformer Füll- und Waschplatz

Bild vergrössern Konformer Füll- und Waschplatz

Pflanzenschutzspritze einwintern auf einem konformen Platz

Die letzten Spritzarbeiten konnten letzte Woche (mit Sonderbewilligung) beendet werden. Gemäss Fach-stelle Pflanzenschutz ist folgendes Vorgehen für die Einwinterung der Pflanzenschutzspritze zu empfehlen:

  • Spritze auf konformen Füll- und Waschplatz parkieren
  • Persönliche Schutzausrüstung anziehen
  • Feldspritze innen und aussen gründlich reinigen (verwenden Sie Reinigungsmittel wie All Clear Extra oder Agroclean) -> achten Sie darauf, dass dabei kein Waschwasser oder Sprühnebel in Oberflächengewässer oder in die Kanalisation gelangt
  • Spritze entleeren
  • Düsen, Filter und Membrane auf Ablagerungen, Verstopfungen oder Schäden kontrollieren und entsprechende Massnahmen treffen, wieder montieren.
  • Pumpe, Leitungen und andere flüssigkeitsführenden Teile vor Frostschäden schützen: Gut mit Luft ausblasen oder die Spritze mit einem Frostschutzmittelgemisch (20-40l) füllen, Spritze laufen lassen bis überall an den Düsen sichtbar Frostschutz austritt
  • Gelenke mit Fettpresse schmieren
  • Metallteile mit Rostschutzmittel besprühen

Pflanzenschutzspritze vor Witterungseinflüssen geschützt abstellen. Ab 2022 wird die Kontrolle der Konformität der Füll- und Waschplätze für Feldspritzen in die ordentlichen Betriebskontrollen aufgenommen.

Heckenschnitt

Durch das steigende Interesse an der Biodiversität werden vermehrt Hecken gepflanzt, welche als Unterschlupf verschiedener Nützlinge und seltener Arten dienen. Eine Hecke braucht wie jede Kultur eine gewisse Pflege, damit sie den gewünschten Nutzen erbringt. In den ersten ca. 6 Jahren ist bei einer Hecke keine besondere Schnittmassnahme notwendig. Einzig das Gras kann – wenn störend – zwischen den einzelnen Gehölzen einmal pro Jahr (im August -> nach der ersten Brutzeit) von Hand entfernt werden. Ab dem 6ten Jahr können die Pflanzen ausgelichtet, verjüngt oder auf den Stock gesetzt werden, je nach Art.

Weitere Infos. (PDF, 2 MB, 21 Seiten)

Obstbaumschnitt

In den nächsten Wochen tritt die Vegetationsruhe ein. Auf den Felder sind nur noch wenige Arbeiten auszuführent. Aus diesem Grund können andere Aufgaben ins Auge gefasst werden.

Im Winter werden oftmals die Obstbäume gepflegt. Bei diesem Eingriff muss berücksichtigt werden, dass jeder Winterschnitt in der kommenden Vegetationsperiode zu einem stärkeren Triebwachstum führt. Ein Schnitt nach der Ernte führt meist zu einem weniger starken Triebwachstum.

Grundsätzlich wird das Steinobst nach der Ernte im August bis September geschnitten und das Kernobst im Spätwinter. 

Weitere Infos zu den einzelnen Schnitttechniken wie Aufbauschnitt oder Unterhaltschnitt zu den verschiedenen Baumarten finden Sie unter diesem Link (PDF, 6 MB, 20 Seiten).

Sitzstangen für Greifvögel müssen so aufgestellt werden, dass die Greifvögel gegen den Wind sitzen können.

Bild vergrössern Sitzstangen für Greifvögel müssen so aufgestellt werden, dass die Greifvögel gegen den Wind sitzen können.

Mäusebekämpfung

Sowohl der Frühling als auch der Herbst eignet sich für die Mäusebekämpfung. Im Herbst können nach der letzten Nutzung gut verankerte Sitzstangen für Greifvögel aufgestellt werden. Die Sitzstangen sollten nach der Windrichtung ausgerichtet werden, denn die Greifvögel bevorzugen den Sitz gegen den Wind. Weiter können Hermeline, Turmfalken, Schleiereulen oder sonstige Nützlinge mit entsprechenden Nistmöglichkeiten gefördert werden - so wird die Mäusepopulation mit geringem Arbeitsaufwand natürlich reguliert. Für eine erfolgreiche Mäusebekämpfung ist eine flächendeckende Bekämpfung notwendig. Das heisst, es muss eine gemeinsame Mäusebekämpfung mit benachbarten Parzellenbewirtschaftenden erfolgen.

Wichtig zu wissen ist, dass bei Schermäusen alle 5 bis 7 Jahre eine Massenvermehrung entsteht, welche meist etwa ein Jahr später natürlich zusammenbricht. Eine direkte Bekämpfung der Schermäuse muss deshalb bei tiefem Mäusedruck stattfinden - beim Massenauftreten ist die direkte Bekämpfung (Mausefallen) nicht wirtschaftlich.

Mehr Informationen im Merkblatt (PDF, 183 KB, 1 Seite).


Weitere Informationen

 


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Informationen über diesen Webauftritt

https://www.vol.be.ch/vol/de/index/landwirtschaft/landwirtschaft/pflanzenschutz/ps-info.html