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Marmorierte Baumwanze

Ein weiterer ungebetener Plaggeist aus Ostasien

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) wurde erstmals 2004 in der Schweiz in Zürich nachgewiesen. Vermutlich wurde sie mehrfach mittels Holzkisten eingeschleppt. Im Tessin wurde der Befallsdruck ab 2014 grösser. Italien meldete bereits Schäden auf Pfirsichen, Äpfeln und Birnen. Letztes Jahr hat nun auch Zürich massive Schäden in Birnenanlagen gemeldet.

Erwachsene marmorierte Baumwanze (Bild: Tim Haye, CABI)

Bild vergrössern Erwachsene marmorierte Baumwanze (Bild: Tim Haye, CABI)

Erkennungsmerkmale der Wanze

Die Wanze sieht auf den ersten Blick der einheimischen Baumwanze und der ebenfalls einheimischen Grauen Feldwanze sehr ähnlich und kann leicht verwechselt werden. Nach dem Umdrehen (Wanze auf den Rücken legen) ist die Unterscheidung einfacher: Die marmorierte Baumwanze hat zwar auch einen Saugrüssel im Gegensatz zur einheimischen Baumwanze jedoch keinen hellen Dorn.

Bauchansicht der Marmorierten Baumwanze (links) und der einheimischen Grauen Feldwanze (rechts). Die einheimische Wanze besitzt im Gegensatz zur Marmorierten Baumwanze einen hellen Dorn (siehe Pfeile). (Bild: Tim Haye, CABI)

Bild vergrössern Bauchansicht der Marmorierten Baumwanze (links) und der einheimischen Grauen Feldwanze (rechts). Die einheimische Wanze besitzt im Gegensatz zur Marmorierten Baumwanze einen hellen Dorn (siehe Pfeile). (Bild: Tim Haye, CABI)

Lebenszyklus

Die Marmorierte Baumwanze (oder auch Asiatische Baumwanze genannt) überwintert als erwachsenes Tier meist an geschützten Orten wie in städtischen Gebäuden in Ritzen oder Spalten von Mauerwerken, auf dem Dachboden oder in Blumenkisten. Steigen die Temperaturen, macht sie einen Reifungsfrass und legt dann ungefähr von Mai bis Oktober bis zu 250 Eier ab. Normalerweise macht die Wanze nur eine Generation pro Jahr, in warmen Jahren, wie zum Beispiel 2017, kann es aber auch zu einer zusätzlichen Generation kommen.

Schadbild

Schaden an Birnen (Bild: Tim Haye, CABI)

Bild vergrössern Schaden an Birnen (Bild: Tim Haye, CABI)

Die Wanze ist polyphag, das heisst, sie interessiert sich für eine Vielzahl von Pflanzen zur Ernährung. Ihre bevorzugten Pflanzen stammen aber aus der Familie der Rosengewächse, also Birnen, Äpfel, Nektarinen und Pfirsiche. Sie geht aber auch auf Gemüse wie Aubergine, Paprika, Gurke, Tomate, Mangold und Beeren wie Himbeeren, Brombeeren, Trauben (Reben). Im Feldbau können Mais und Soja befallen werden. Die Wanze bevorzugt dabei vor allem die heranreifenden Früchte.

Früchte, Gemüse oder Beeren werden durch die Einstiche deformiert. Es bilden sich eingesunkene Stellen und Dellen, das Fruchtfleisch kann sich verfärben und um die Einstichstellen verhärten. Sowohl Nymphen als auch Adulte können Schäden verursachen, die grössten Schäden entstehen dabei meist zwischen Juli bis Oktober, bei zwei Generationen können Schäden jedoch bereits ab Mai sichtbar werden.

Fischer-Falle zur Überwachung der Marmorierten Baumwanze.

Bild vergrössern Fischer-Falle zur Überwachung der Marmorierten Baumwanze.

Auftreten in der Schweiz und Überwachung

Die Marmorierte Baumwanze hat sich bereits über weite Teile der Schweiz verteilt. Ein besonders grosses Vorkommen ist in Zürich vorhanden, aber auch in anderen Städten wurde sie bereits mehrmals beobachtet. Der Kanton Bern wird zur Gebietsüberwachung 2018 ein flächendeckendes Überwachungsnetz mit 13 Fallen in Erwerbsobstanlagen, Privatgärten, im Gemüsebau und Reben starten. Bislang gab es im Kanton Bern noch keine gemeldeten Schäden aus Erwerbsobstanlagen.

Melden Sie Ihre Beobachtungen gegebenenfalls an die Fachstelle Pflanzenschutz oder an die Fachstelle für Obst und Beeren. Wenn möglich, schicken Sie ein Foto von der Wanze, Rücken- und Bauchansicht. Besten Dank für Ihre Mithilfe. Die Fachstellen werden Sie über diese Homepage über das Auftreten auf dem Laufenden halten.

Bekämpfung

Die Marmorierte Baumwanze hat im Ursprungsland natürliche Feinde, die ihre Eier parasitieren. In der Schweiz sind die Gegenspieler aber leider noch nicht sehr aktiv. Das CABI (Centre for Agriculture and Bioscience International in Delémont JU) testet und untersucht vielversprechende Nützlinge.

Insektizide sind nur begrenzt wirksam und deren Einsatz kann zu Rückstandsproblemen führen. Zudem werden so auch Nützlinge dezimiert. Netze scheinen die Kulturen gut vor Befall zu schützen. Derzeit werden weltweit verschiedene Bekämpfungsstrategien getestet. Langfristig wird vermutlich nur das Zusammenspiel verschiedener Massnahmen die Kulturen nachhaltig schützen können.

 


Weitere Informationen

 


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