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Ausläuferbildendes Fettkraut

Das ausläuferbildende Fettkraut (Sedum stoloniferum) ist ein schwer bekämpfbares Unkraut im Naturfutterbau.

Bodendecker in Gärten

Das Ausläuferbildende Fettkraut (Sedum stoloniferum) stammt ursprünglich aus dem Orient und wird in Europa und Nordamerika als Bodendecker in Gärten und als Dachbegrüner verwendet. Das Fettkraut ist sehr standorttolerant, und wächst sowohl auf trockenen, südexponierten Hängen als auch auf schattigen, nordexponierten Hängen mit schweren Böden. Von den Gärten breitete sich der invasive Neophyt zuerst auf Naturwiesen der Region Sumiswald aus, unterdessen ist es aber im ganzen Emmental zu finden. Auch im Kanton Schwyz sind Befallsherde bekannt.

Das Ausläuferbildende Fettkraut kennzeichnet sich durch die fleischigen und hellgrünen Blätter und verbreitet sich rasch. (Bild: Olivier Huguenin)

Bild vergrössern Das Ausläuferbildende Fettkraut kennzeichnet sich durch die fleischigen und hellgrünen Blätter und verbreitet sich rasch. (Bild: Olivier Huguenin)

Sukkulentenähnliche Blätter

Erkennungsmerkmale des Ausläuferbildenden Fettkrauts sind die hellgrünen und fleischigen Blätter. Die Pflanze blüht weiss bis blass rosarot und im Winter ist der Stängel rötlich gefärbt. Das ähnlich aussehende kaukasische Fettkraut hat einen hellbraunen Stängel, dunkelgrüne Blätter und meistens rote Blüten, verursacht aber keine Probleme in der Landwirtschaft.

Problemunkraut in Naturwiesen

Hat sich das Fettkraut einmal etabliert, breitet es sich rasch teppichartig aus und nimmt den wertvollen Futterpflanzen den Platz weg. Das Fettkraut hat keinen Futterwert und kann wegen den fleischigen Blättern nicht gedörrt werden. Zudem kann die Befahrbarkeit der Parzelle stark beeinträchtigt werden.

In Naturwiesen gibt es kaum Bekämpfungsmöglichkeiten, begrenzte Befallsherde können mit dem Auslegen von Blachen zurückgedrängt werden.

Bild vergrössern In Naturwiesen gibt es kaum Bekämpfungsmöglichkeiten, begrenzte Befallsherde können mit dem Auslegen von Blachen zurückgedrängt werden.

Schwierige Bekämpfung

Die Forschungsanstalt Agroscope hat zusammen mit der AGFF in zahlreichen Versuchen nach Bekämpfungsmassnahmen gesucht. Die Ergebnisse zeigen, dass weder Jäten, noch Abbrennen, noch Kalken, noch ein Herbizideinsatz dauerhaft Wirkung zeigen. Glyphosat ist eher kontraproduktiv, da es alles andere vernichtet, das Fettkraut aber nicht vollständig. Wegen der dicken Wachsschicht auf den Blättern kann der Wirkstoff kaum in die Pflanze eindringen. Nach einiger Zeit breitete das Kraut sich wieder stark aus.

Einzig mit dem Auslegen einer Verdunklungsfolie kann das Fettkraut bekämpft werden. Die Folie wird von April bis August auf der befallenen Fläche ausgelegt. Nach der Folienbehandlung wird die Stelle neu angesät. Da diese Methode sehr aufwändig ist, eignet sie sich nur für kleine Befallsflächen.

Verschleppung verhindern

Das Fettkraut breitet sich vorwiegend im Grasland aus. Bereits kleine Stängelstücke können wieder austreiben. Daher kann es problemlos mit Erntemaschinen und dem Ladewagen von Parzelle zu Parzelle gelangen. Damit sich die Pflanze nicht weiter ausbreitet, sollten die Maschinen nach der Bearbeitung einer befallenen Parzelle unbedingt gesäubert werden!

Bei Fragen zur Bestimmung oder zur Bekämpfung zögern Sie nicht, die kantonalen Pflanzenschutzfachstellen oder die Beratung zu kontaktieren.

Mehr Informationen zum Ausläuferbildenden Fettkraut finden Sie im Informationsblatt U10 von AGFF (PDF, 680 KB, 2 Seiten) oder auf dem Neophyten-Merkblatt von Infoflora

Aktuelle Verbreitung: InfoFlora


Weitere Informationen

 


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