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Maiswurzelbohrer: Befall der kantonalen Fachstelle melden

Gefrässiger Schädling bedroht den Mais

Der westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) gilt als der wirtschaftlich gefährlichste Maisschädling. Den Hauptschaden verursachen die Larven, die als einzige Nahrung an den Wurzeln der Maispflanzen fressen. Besonderes gravierend ist das Problem in Gebieten mit Mais-Monokulturen, da der Schädling im Boden der Parzelle überwintert und so im Folgejahr sofort wieder ideale Bedingungen vorfindet. Der Maiswurzelbohrer ist meldepflichtig.

Maiswurzelbohrer mit gelbschwarzer Färbung. Der Käfer ist ungefähr 5mm gross.

Bild vergrössern Der Maiswurzelbohrer ist einer der bedeutendsten Insektenschädlinge im Mais und daher meldepflichtig. Der Käfer misst ca. 5mm. Bild: Peter Baufeld, JKI.

Überwachung und Verbreitung

Die kantonalen Pflanzenschutzdienste überwachen den Einflug des Maiswurzelbohrers mit Pheromonfallen. Schweizweit werden während des Käferfluges über 200 Fallen aufgestellt und regelmässig kontrolliert. Im Kanton Bern stehen dazu von Juni bis September 10 Fallen an besonders kritischen Standorten wie zum Beispiel Autobahnen, dem Flughafen Belp oder Nahrungsmittelverteilzentren. An diesen Stellen wird der Maiswurzelbohrer zu erst erwartet, da er vor allem als blinder Passagier in Flugzeugen, Lastwagen und anderen Transportmitteln eingeschleppt wird.
Im Kanton Bern wurden in diesem Jahr keine Maiswurzelbohrer gefangen. In den Kantonen AG, BS, BL, JU, LU und SO wurden im Jahr 2018 jedoch etliche Käfer gefangen. In den Kantonen TI und UR ist der Maiswurzelbohrer schon länger verbreitet.

Durch Fänge in den umliegenden Kantonen betroffene Berner Gemeinden. Der Anbau von Mais nach Mais ist dort nicht erlaubt.

Bild vergrössern Durch Fänge in den umliegenden Kantonen betroffene Berner Gemeinden. Der Anbau von Mais nach Mais ist dort nicht erlaubt.

Bekämpfung durch Fruchtfolge

In den Maisanbaugebieten Süddeutschlands und Frankreichs, wo der Maiswurzelbohrer sich innert kurzer Zeit sehr stark ausbreiten konnte, werden bei einem Fund sofort grossräumig Insektizide eingesetzt, um den Käfer wieder auszurotten. Gelingt die Ausrottung nicht, kann der Anbau von Mais direkt nach Mais verboten werden.

Maiswurzelbohrer: Typisch sind die langen Fühler. Bild: Peter Baufeld, JKI.

Bild vergrössern Maiswurzelbohrer: Typisch sind die langen Fühler. Bild: Peter Baufeld, JKI.

In der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel zugelassen und die Bekämpfung durch die Fruchtfolge steht im Vordergrund. Neben den geltenden Vorschriften im Rahmen des Ökologischen Leistungsnachweises zur Fruchtfolge wird im Fall eines Fangs der Anbau von Mais nach Mais durch den Pflanzenschutzdienst in einem Umkreis von 10 km um den Fundort verboten (Sicherheitszone). Im Umkreis von 5 km um den Fundort wird zusätzlich eine Kernzone ausgeschieden. Aus der Kernzone darf kein Mais heraustransportiert werden. Zudem wird empfohlen, Maschinen zur Bodenbearbeitung vor dem Verlassen der Kernzone zu reinigen, um ein Verschleppen von Eiern und Larven zu verhindern.
In der Nordschweiz konnte dank diesen Massnahmen bisher die dauerhafte Ansiedelung des Maiswurzelbohrers verhindert werden. Im Tessin, wo wegen dem verbreiteten Vorkommen des Maiswurzelbohrers der Anbau von Mais nach Mais auf allen Parzellen verboten ist, konnten dadurch bisher wirtschaftlich relevante Schäden vermieden werden.


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