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Japankäfer: Hohes Gefahrenpotenzial für verschiedenste Kulturen

Der Japankäfer (Popillia japonica) stammt ursprünglich aus Asien und gelangte anfangs des 20 Jahrhunderts in die USA, wo er, im Gegenteil zu Japan, grosse Schäden anrichtet. Über die Azoren gelangte der Schädling nach Europa, 2014 siedelte er sich in der Nähe von Mailand an. Der Entdeckung des Japankäfers im Tessin war nur noch eine Frage der Zeit. 2017 wurde der erste Käfer in der grenznahen Gemeinde Stabio gefangen. Der Käfer hat ein sehr grosses Gefahrenpotential für die Land- und Forstwirtschaft, er gilt daher als Quarantäneorganismus und ist meldepflichtig!

Der Japankäfer verbreitet sich durch Verkehrsmittel wie Flugzeige oder Lastwagen. Ausgewachsene Käfer können mehrere Kilometer weit fliegen und sich so auch selber verbreiten. Daneben können Larven und Eier mit Wurzelballen von Pflanzen oder mit Erde verschleppt werden.

Merkmale und Zyklus

Der Japankäfer erkennt man an dem goldgrün schimmernden Halsschild und an den 7 weissen Haarbüscheln auf jeder Seite am Hinterleib. (Bild: C. Marazzi, KPSD Bellinzona)

Bild vergrössern Der Japankäfer erkennt man an dem goldgrün schimmernden Halsschild und an den 7 weissen Haarbüscheln auf jeder Seite am Hinterleib. (Bild: C. Marazzi, KPSD Bellinzona)

Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer. Die adulten Käfer sind 8 bis 12 Millimeter lang und gleichen stark dem Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola). Im Vergleich zum Gartenlaubkäfer hat der Japankäfer jedoch ein auffällig gold-grün schimmerndes Halsschild und fünf weisse Haarbüschel an jeder Seite des Hinterleibs und zusätzlich zwei Büschel auf dem letzten, verhärteten Rückensegment. Beim Annähern eines Feindes zeigen sie ein spezielles Alarmverhalten mit ausgestreckten Beinen gegen die Seiten.

Die Larven sind Engerlinge. Von anderen Engerlingen lassen sie sich durch die V-förmigen angeordneten Borsten auf dem Hinterteil unterscheiden.

Die Entwicklung vom Ei zum Käfer dauert ein Jahr, in kühleren Regionen kann es auch zwei Jahre dauern. Der Schädling überwintert als Engerling im Boden und wird im Frühling aktiv, er beginnt mit dem Fressen der Wurzeln. Nach dem Verpuppen schlüpfen im Mai-Juni die adulten Tiere und beginnen mit der Paarung. Die Hauptflugzeit dauert von Mitte Mai bis August. Die Weibchen legen 40 bis 60 Eier in den Boden, nach einigen Wochen schlüpfen die Engerlinge und fressen wiederum an den Pflanzenwurzeln. Im Spätherbst ziehen sie sich in tiefere Bodenschichten zurück, wo sie überwintern –der Kreislauf ist geschlossen.

Wirte und Schäden

Weltweit zählen mehr als 300 Pflanzenarten zum Wirtsspektrum des Japankäfers.

  • Wichtige Wirtspflanzen bei den Kulturpflanzen: Apfelbäume, Steinobst, Weinreben, Mais, Bohnen, Erdbeeren, Rosen, Brom- und Himbeeren, Heidelbeeren, Spargel, Rhabarber und Soja.
  • Auch Waldbäume können Wirtspflanzen sein: Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Kastanie, Lärche, Linde, Pappel, Platane, Rosskastanie, Ulme und Weide.

Adulte Tiere sammeln sich zum Fressen oft in Gruppen, und fressen typischerweise Pflanzen von oben bis unten ab. Übrig bleibt nur das Blattgerippe. Beim Mais zum Beispiel fressen sie den Maisbart ab. Daher wird die Befruchtung vermindert und es werden unausgereifte und deformierte Kolben gebildet.

Die Engerlinge richten Schäden an bei Graswurzeln (Sportrasen, Weiden), aber auch Wurzeln von Mais, Soja, Tomaten und Erdbeeren können gefährdet sein.

Ein typisches Schadbild sind abgefressene Blätter, bei denen nur noch die Blattnerven übrig gelassen wurden. Die Japankäfer sind meist in Gruppen anzu-treffen. (Bild: C. Marazzi, KPSD Bellinzona)

Bild vergrössern Ein typisches Schadbild sind abgefressene Blätter, bei denen nur noch die Blattnerven übrig gelassen wurden. Die Japankäfer sind meist in Gruppen anzu-treffen. (Bild: C. Marazzi, KPSD Bellinzona)

Typischerweise fressen die Käfer die Pflanzen von oben bis unten ab und sind in grösseren Gruppen anzutreffen. Sie fressen das Gewebe zwischen den Blattnerven und lassen diese skelettartig zurück. Die Blütenblätter und Früchte weisen unregelmässige Frassspuren auf. Beim Mais fressen sie den Maisbart ab. Daher wird die Befruchtung vermindert und es werden somit unausgereifte und deformierte Kolben gebildet.

Auch die Engerlinge können Schäden anrichten. Graswurzeln (Rasen und Weiden), aber auch Mais, Soja, Tomaten und Erdbeeren können betroffene sein.

Bekämpfungsmassnahmen

Um eine Ansiedlung des Japankäfers zu vermeiden, muss das Auftreten möglichst früh erkannt werden. Falls sich der Käfer ausbreitet, wäre eine Ausrottung in der Schweiz kaum mehr möglich. Daher müssen entdeckte Käfer sofort dem kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.

Das Auftreten kann mit Lockstofffallen überwacht werden. In der Schweiz sind momentan keine Insektizide zugelassen. Jedoch sind verschiedene biologische Bekämpfungsmittel vielversprechend.

Des Weiteren können die Larven mit einer Bodenbearbeitung im Herbst gestört werden. Die Überlebungschance wird damit massiv gesenkt und die Vermehrung eingedämmt.

Helfen Sie mit bei der Überwachung

Falls Sie einen Japankäfer entdecken, melde Sie sich umgehend bei der Fachstelle Pflanzenschutz. Fangen Sie den Käfer ein und schicken Sie ein Foto. Notieren Sie sich den Fundort. Helfen Sie mit bei der Überwachung. Besten Dank!


Weitere Informationen

 


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