Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen

Sachplan Biodiversität Biodiversität gefährdet – Kanton Bern beim Vollzug gefordert

21. September 2018 – Medienmitteilung

Der Regierungsrat hat den Sachplan Biodiversität zur Kenntnis genommen und in die Vernehmlassung geschickt. Der Sachplan zeigt auf, wo beim Kanton Bern Handlungsbedarf besteht. Das Dokument ist der dritte und letzte Teil des Biodiversitätskonzepts und soll es dem Kanton Bern ermöglichen, seinen Rückstand im Vollzug auszugleichen.

Die Schweiz ist gemäss Verfassung und internationaler Abkommen verpflichtet, die Biodiversität zu erhalten und – wo nötig – zu fördern oder wiederherzustellen. Grundlagen für das Handeln auf Bundesebene sind die Strategie Biodiversität Schweiz und der Aktionsplan Strategie Biodiversität.

Die Hauptakteure in Sachen Biodiversität aber sind die Kantone. Der Kanton Bern legt im Biodiversitätskonzept fest, wie er die Strategie und den Aktionsplan des Bundes umsetzt. Die ersten beiden Teile des Konzepts hat der Regierungsrat im November 2015 (Auftrag, Vision, Handlungsfelder) und im Juni 2016 (Ziele und Massnahmen) genehmigt. Der Sachplan Biodiversität ist der dritte Teil des Gesamtkonzepts, um die Artenvielfalt von Fauna und Flora zu verbessern.

Langjährige Pendenzen werden abgebaut

Der Regierungsrat hat den Sachplan zur Kenntnis genommen und  das Vernehmlassungsverfahren eingeleitet. Parallel dazu wird ein Mitwirkungsverfahren eröffnet. Mit der Vorlage will der Kanton Bern:

  • Vollzugsdefizite abbauen, beispielsweise bei der Umsetzung der Bundesinventare für Amphibienlaichgebiete, Auen, Flachmoore, Hochmoore, Trockenwiesen und -weiden sowie  beim Artenschutz und bei der Erhaltung der Wildtierkorridore. Der Kanton Bern hat im interkantonalen Vergleich einen deutlichen Rückstand beim Vollzug.
  • Vorgaben des Bundes und kantonale Ziele umsetzen wie beispielsweise die naturnahe Gestaltung von Gewässern.
  • Den Vollzug koordinieren, indem die Schnittstellen zwischen den Rechtsgrundlagen zur Förderung der Biodiversität (z.B. Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd, Fischerei), der Raumplanung und des Gewässerschutzes verringert werden.
  • Aufzeigen, welche finanziellen und personellen Ressourcen benötigt werden, beispielsweise für die Betreuung der Schutzgebiete und die Bewirtschaftungsverträge mit Landwirtinnen und Landwirten auf Inventarflächen.

Der Sachplan führt zu einmaligen Aufwendungen von 260 000 Franken, davon entfallen 130 000 Franken auf den Kanton Bern. Bei den jährlich wiederkehrenden Aufwendungen betragen die Mehrkosten im Vergleich zu heute 1,87 Millionen Franken (Kanton Bern 1,08 Mio.) – beispielsweise für die Sanierung von Hochmooren oder für Förderprojekte für national prioritäre Arten. Für die Betreuung der Schutzgebiete wird eine zusätzliche Stelle geschaffen.

Schweizweit besteht Handlungsbedarf

In der Schweiz besteht in Sachen Biodiversität Handlungsbedarf: Gemäss Bundesamt für Umwelt ist knapp die Hälfte aller Lebensraumtypen in der Schweiz bedroht, mehr als ein Drittel aller Arten ist gefährdet. Die OECD stellt der Schweiz kein gutes Zeugnis aus, denn Grösse, Qualität und Vernetzung der Schutzgebiete seien im internationalen Vergleich mangelhaft.

Die öffentliche Mitwirkung und das Vernehmlassungsverfahren dauern bis am 31. Dezember 2018.

Mediendokumentation

Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen


Weitere Informationen



Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.vol.be.ch/vol/de/index/direktion/ueber-die-direktion/medien.html