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Berner Pflanzenschutzprojekt Gewässer sind belastet – Kanton und Landwirtschaft suchen nach Alternativen

31. August 2018 – Medienmitteilung

Messungen des kantonalen Gewässer- und Bodenschutzlabors zeigen, dass kleinere Gewässer zum Teil stark mit Pflanzenschutzmittel belastet sind. Im Rahmen des Berner Pflanzenschutzprojekts suchen Kanton, Bund und die Landwirtschaft nach Möglichkeiten, um diese Einträge in Zukunft zu reduzieren.

Das Berner Pflanzenschutzprojekt hat zum Ziel, den Eintrag von Pflanzenschutzmittel in die Gewässer zu reduzieren. Um die Wirkung der Massnahmen zu überprüfen, begleitet das kantonale Gewässer- und Bodenschutzlabor des Amts für Wasser das Projekt mit einem engmaschigen Gewässermonitoring. In Bätterkinden haben die Verantwortlichen erste Resultate der Messungen präsentiert. Die Analysen zeigen, dass Handlungsbedarf besteht. Sowohl die Gewässer als auch die ARA-Ausläufe sind zum Teil stark durch Pflanzenschutzmittel belastet. Total wurden in den Untersuchungen 81 Substanzen gefunden. Davon sind zwölf Stoffe für die Gewässerorganismen kritisch. Weitere kritische Stoffe wurden in den ARA-Ausläufen gefunden, die aber nicht zwingend nur aus der Landwirtschaft stammen.

Kritische Stoffe sollen nicht in die Gewässer gelangen

Auf Grund der Messresultate sucht die Landwirtschaft zusammen mit Fachspezialistinnen und Fachspezialisten nach Alternativen zu den kritischen Stoffen. Ebenfalls wird geprüft, ob ein Verzicht von Herbiziden unter anderem bei Kartoffeln und Zuckerrüben möglich ist. Wo nötig werden  Befüllungs- und Waschplätze für die Spritzmaschinen angepasst, um Einträge in die Gewässer zu verhindern.

Bauern tragen zur Lösung bei

Regierungsrat Christoph Ammann, kantonaler Volkswirtschaftsdirektor, betonte bei der Präsentation der Erkenntnisse aus dem Gewässermonitoring, dass das Problem der überhöhten Einträge von Pflanzenschutzmittel in Gewässer nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Gewässer- und Bodenschutzlabor und den Landwirtschaftsbetrieben angegangen werden kann. «Die Zusammenarbeit ist entscheidend für den Projekterfolg», sagte Ammann. Das Gewässermonitoring zeige auf, dass das Berner Pflanzenschutzprojekt weiter mit Hochdruck vorangetrieben werden müsse.

Auch der Berner Bauern Verband sieht in Sachen Pflanzenschutz Handlungsbedarf. Durch die Mitarbeit im Pflanzenschutzprojekt und dem Gewässerschutzmonitoring, tragen die Berner Bauern aktiv einen wichtigen Teil zur Lösungsfindung bei und stellen sicher, dass künftige Massnahmen praxistauglich sind, so Präsident Hans Jörg Rüegsegger.

Die über das Berner Pflanzenschutzprojekt generierten Erkenntnisse werden einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des landesweiten Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln leisten.

Hinweis

Das Berner Pflanzenschutzprojekt

Das Berner Pflanzenschutzprojekt soll die Landwirtschaft beim effizienten und umweltschonen-den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterstützen. Das Ziel des sechsjährigen Projekts (2017 bis 2022) ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zu optimieren und damit die Umweltrisiken – insbesondere in Gewässern – ohne massgebliche Beeinträchtigung des Produktionsvolumens zu reduzieren. Am Berner Pflanzenschutzprojekt beteiligen sich im zweiten Projektjahr knapp 3200 Landwirtschaftsbetriebe. Das heisst, dass die Mehrheit der hauptberuflichen Ackerbaubetriebe beim Berner Pflanzenschutzprojekt mitmacht. Gesamthaft setzten diese Betriebe auf über 21‘700 Hektaren Massnahmen um, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.

Trägerschaft

Das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern bildet zusammen mit dem Berner Bau-ern Verband die Projektträgerschaft. Das Bundesamt für Landwirtschaft übernimmt 80 Prozent der gesamten Projektkosten von 62,7 Millionen Franken. Der Kanton Bern wird über sechs Jahre 10,6 Millionen Franken beisteuern, was rund 17 Prozent der Gesamtkosten entspricht. 

Weitere Informationen: www.be.ch/bpp

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