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Waldbegriff und Waldfeststellung

Eine Waldfläche mit abgebrochenen Baumstümpfen an einem Berghang

Eine Waldfläche ohne Bäume gilt auch als Wald.

Wald ist nicht gleich Wald

Der rechtliche Waldbegriff unterscheidet sich vom normalen Sprachverständnis: Nicht jede Fläche mit Waldbäumen ist Wald, hingegen kann auch eine unbestockte Fläche rechtlich als Waldareal gelten. Grundsätzlich wird zwischen dem quantitativen und dem qualitativen Waldbegriff unterschieden.

Unter den quantitativen Waldbegriff fällt im Kanton Bern eine Fläche, die mit Waldbäumen oder –sträuchern bestockt, mindestens 800 m2 gross, mindestens 12 m breit und mindestens 20 Jahre alt ist. Weidwälder und Wytweiden gelten auch als Wald. Ebenso zählen Waldstrassen, Forstwerkhöfe, Lagerplätze für Holz und Holzschnitzellager, die im Wald liegen, zum Waldareal, obwohl keine Bäume direkt auf diesen Flächen stehen.

Beim qualitativen Waldbegriff wird geprüft, ob eine bestockte Fläche eine besondere Waldfunktion erfüllt, z. B. für den Schutz vor Naturgefahren oder den Naturschutz. Kann dies bejaht werden, handelt es sich um Wald, auch wenn die quantitativen Kriterien (Fläche, Breite oder Alter) nicht erreicht werden.

Der Forstdienst macht Waldfeststellungen

Ob es sich bei einer bestockten Fläche um Wald handelt oder nicht, erfordert deshalb eine fachliche Beurteilung. Sie wird durch den zuständigen Forstdienst direkt im Gelände gemacht. Der Eintrag im Grundbuch, die Entstehung oder auch die frühere Nutzung einer Waldfläche ist für die Beurteilung durch den Forstdienst nicht massgebend.
Jede Person mit einem schutzwürdigen Interesse kann eine Waldfeststellung verlangen. Bei Ortsplanungen sind Waldfeststellungen im Siedlungsgebiet Pflicht.

Dynamische  und statische Waldgrenzen

Grundsätzlich gilt der dynamische Waldbegriff, d.h. der Wald kann sich auf freien Flächen ausdehnen. Sobald eine einwachsende Bestockung die quantitativen oder qualitativen Waldkriterien erfüllt, wird sie rechtlich zu Wald.

Seit dem Bundeswaldgesetz von 1991 können die Waldränder, die direkt an Bauzonen anstossen, im Zonenplan aber als statische Waldgrenzen eingetragen werden. Einwachsende Bestockungen innerhalb von Bauzonen werden damit nicht mehr zu Wald. Seit der Teilrevision des Bundesgesetzes über den Wald von 2013 können solche statischen Waldgrenzen auch in anderen Gebieten festgelegt werden. Auch in diesen Verfahren legt der zuständige Forstdienst den Verlauf der Waldgrenzen fest.

Ansprechpartner

Konkrete Projekte / Anfragen: Waldabteilungen

Generelle Waldrechtsfragen: Abteilung Fachdienste und Ressourcen, Bereich Waldrecht

Rechtliche Grundlagen

WaG Art. 2, 10 und 13
Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über den Wald (SR 921.0)

WaV Art. 1, 2, 12 und 12a
Verordnung vom 30. November 1992 über den Wald (SR 921.01)

KWaG Art. 3 und 4
Kantonales Waldgesetz vom 5. Mai 1997 (BSG 921.11)

KWaV Art. 1 bis 4
Kantonale Waldverordnung vom 29. Oktober 1997 (BSG 921.111)


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