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Waldrodung und Ersatzmassnahmen

Kiesgrube auf einer gerodeten Waldfläche.

Kiesgrube auf einer gerodeten Waldfläche.

Was ist eine Rodung?

Umgangssprachlich wird unter Rodung das Fällen von Bäumen verstanden. Ein Holzschlag ist jedoch keine Rodung. Bei einem Holzschlag werden auf einer Waldfläche Bäume gefällt. Darauf wachsen anschliessend wieder Jungbäume durch Naturverjüngung oder Pflanzung nach.

Von einer Rodung wird rechtlich gesprochen, wenn Waldboden zweckentfremdet wird. Das heisst, wenn eine grössere Fläche des Waldes z.B. für den Bau einer neuen Eisenbahnlinie oder für den Kiesabbau verwendet wird. Dieses Areal steht damit vorübergehend oder definitiv dem Wald und der Waldbewirtschaftung nicht mehr zur Verfügung. Die Verwendung einer Waldstrasse als Baupiste oder eines Holzlagerplatzes als Zwischendeponie wird auch als Rodung beurteilt, da solche Flächen zum Waldareal zählen und vorübergehend zweckentfremdet werden (siehe Waldbegriff).

Rodungen sind nur ausnahmsweise möglich

Rodungen sind grundsätzlich verboten. Für eine Ausnahme muss eine umfassende Interessenabwägung erfolgen. Dazu sind einige Fragen zu beantworten:

  • Liegen wichtige Gründe vor, die bedeutender sind als das Interesse am Wald, z.B. der Schutz von Menschen vor Hochwasser und Überschwemmungen?
  • Ist das Projekt auf einen Standort im Wald angewiesen oder gibt es Alternativen?
  • Sind die Voraussetzungen der Raumplanung erfüllt, gibt es z.B. eine Bewilligung für das Bauen ausserhalb von Bauzonen?
  • Wird durch die Rodung die Umwelt gefährdet, z.B. weil ein Schutzwald teilweise entfernt werden muss?
  • Wird der Natur- und Heimatschutz berücksichtigt, d.h. findet die Rodung in einem Waldreservat, in einem schützenswerten Lebensraum oder auf einem Standort mit geschützten Arten statt? 

Temporäre Rodungen – der Waldboden wird vorübergehend zweckentfremdet

Sind Rodungen unumgänglich, müssen die Auswirkungen auf den Wald möglichst gering gehalten werden. In erster Linie werden deshalb nur temporäre Rodungen angestrebt. Bei einer temporären Rodung wird der Waldboden nur für eine bestimmte Zeit - also vorübergehend - für waldfremde Zwecke genutzt. Nach Abschluss der fremden Nutzung wird die Fläche wieder bepflanzt und dem Wald zurückgegeben. 

Definitive Rodungen – der Wald verschwindet endgültig

Bei einer definitiven Rodung wird eine Fläche endgültig aus dem Waldareal entlassen. Darauf kann oder soll kein Wald mehr wachsen. Beispielsweise werden für den Bau einer Strasse oder eines Gebäudes definitive Rodungen benötigt.

Gerodeter Wald muss fast immer ersetzt werden

Bei temporären Rodungen muss der Wald nach Beendigung aller Bauarbeiten an derselben Stelle aufgeforstet werden. In Fällen von definitiven Rodungen gibt es drei Möglichkeiten von Ersatzmassnahmen - die sogenannte Rodungs-Kaskade:

  1. Ersatzaufforstung in derselben Gegend: Zuerst muss immer eine flächenmässig und qualitativ vergleichbare Aufforstungsfläche in der Umgebung der Rodung gesucht und aufgeforstet werden.
  2. Ersatzmassnahmen zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes: Ist die Suche nach Ersatzaufforstungsflächen erfolglos und sollen ökologisch oder landschaftlich wertvolle Gebiete sowie landwirtschaftliches Kulturland geschont werden, kann ausnahmsweise auf Massnahmen für den Natur- und Landschaftsschutz ausgewichen werden. Mögliche Formen sind z.B. die Schaffung von Waldreservaten oder die Wiederherstellung von Auenwäldern. In Gebieten mit zunehmender Waldfläche - in erster Linie betrifft dies die Alpen (ohne Tallagen) und den Jura - sind diese Massnahmen einer Ersatzaufforstung vorzuziehen.
  3. Verzicht auf Ersatz: Ist für die Erhaltung eines Naturschutz- Biotops oder für die Rückgewinnung von eingewachsenem Landwirtschaftsland (Einwuchs unter 30-jährig) eine Rodung nötig, so kann auf eine Ersatzleistung ganz verzichtet werden. Dies gilt auch für Flächen in Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekten, die den Gewässern zur Verfügung gestellt oder aus Schutzgründen nicht mehr bestockt werden sollen. Ein Rodungsgesuch muss jedoch in allen Fällen eingereicht werden.

Ansprechpartner

Bei konkreten Projekten und Voranfragen: Waldabteilungen

Allgemeine Fragen: Abteilung Fachdienste und Ressourcen, Bereich Waldrecht

Unterlagen

Rechtliche Grundlagen

WaG Art. 4 bis 10
Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über den Wald (SR 921.0)

WaV Art. 4 bis 11
Verordnung über den Wald vom 30. November 1992 (SR 921.01)

KWaG Art. 19 und 20
Kantonales Waldgesetz vom 5. Mai 1997 (BSG 921.11)


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