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Trockenstandorte: Schutz durch traditionelle Nutzung

Trockenstandorte sind karg, aber keineswegs einförmig. An heissen Sommertagen ertönt aus ihnen das Zirpen der Grillen und Heuschrecken. Gleichzeitig verströmen Thymian und viele andere Kräuter einen intensiven Duft. Im Frühjahr und im Sommer sorgen die jeweils blühenden Pflanzenarten für eine stets ändernde Farbpalette. Trockenheit, Wärme und die vielen Schlupfwinkel bieten auch Reptilien ausgezeichnete Lebensbedingungen.

Die Pflanzen der Trockenstandorte gedeihen auf wenig oder gar nicht genutzten, mageren und trockenen Böden. Als Trockenstandorte werden Magerwiesen und Weiden auf trockenem Untergrund wie auch Felsenheiden mit ihren besonders schützenswerten Pflanzenbeständen bezeichnet. Steinmauern und Lesesteinhaufen bereichern den Lebensraum zusätzlich. Sie bestehen aus Steinen, die die Bauern seit Jahrhunderten von Weiden und Feldern entfernen.

Trockenstandorte nehmen nur noch rund 1 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein. Am häufigsten findet man sie an den Sonnenhängen des Berner Juras (vor allem Gemeindeweiden) und der Oberländer Täler. Im Mittelland fehlen sie fast vollständig. Bis ins letzte Jahrhundert waren sie die häufigste Form von Wies- und Weideland.

Naturschutzaufgaben: Kanton fördert die traditionelle Nutzung

Die wenigen Felsenheiden am Bielersee stehen unter Naturschutz. Den trockenen Magerwiesen droht dagegen gleich doppelte Gefahr: Entweder werden sie gedüngt und intensiv genutzt, was die speziellen Pflanzen und Tiere zum Verschwinden bringt, oder sie werden gar nicht mehr genutzt und entwickeln sich zu Wald.

Mit Beiträgen, gestützt auf freiwilligen Verträgen mit den Bewirtschaftern, versucht der Kanton heute, die traditionelle Nutzung der verbliebenen Magerwiesen auch betriebswirtschaftlich interessant zu machen.

Am 13. Januar 2010 hat der Bundesrat die Bundesverordnung über den Schutz der Trockenwiesen und -weiden (TWW) verabschiedet, welche die Umsetzung des Bundesinventars der Trockenwiesen und -weiden regelt. Sie ist am 1. Februar 2010 in Kraft getreten.


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