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Fischereibewirtschaftung Sense

Die Sense

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Die Sense - Grundlagen zur Fischereibewirtschaftung


Die Sense ist einer der letzten grösstenteils unbeeinflussten und natürlichen Flüsse der Schweiz. Trotzdem ist zwischen Zollhaus und der Einmündung der Sense in die Saane seit Jahren ein Rückgang des Bachforellenbestandes festzustellen. Andere Fischarten, wie zum Beispiel der Alet, nehmen hingegen zu. Studien haben gezeigt, dass der Grund für diese Veränderung die Flusserwärmung ist. Die Kantone Bern und Freiburg haben angesichts der Forschungsergebnisse beschlossen, den Sense-Besatzplan ab 2019 zu ändern.


Die Bachforellenfänge haben in der Schweiz seit 1980 um 60 Prozent abgenommen. Das Projekt Fischnetz, das 1998 vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und von der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (eawag) lanciert wurde, zeigt, dass es dafür mehrfache Ursachen gibt: Infektionskrankheiten, schlechter Zustand der natürlichen Lebensräume, chemische Belastungen und Erwärmung der Gewässer.


Seit 2015 haben die Kantone Bern und Freiburg mehrere Studien durchgeführt, um genauere Erklärungen für den Rückgang der Bachforellenpopulation in der Sense zwischen Zollhaus (FR) und der Einmündung in die Saane zu finden.


Sehr gute Wasserqualität


Die biologische und chemische Qualität der Sense und ihrer Zuflüsse wurde an zwanzig ver-schiedenen Orten untersucht. Die Ergebnisse der Stichproben zeigen, dass der Fluss sehr sauber ist und eine aussergewöhnlich reiche und diversifizierte Wirbellosenfauna beherbergt. Der Bachforellenrückgang steht somit wahrscheinlich weder mit einer Gewässerverschmutzung (Kläranlagen, Industrie, belastete Standorte) noch mit fehlenden Ernährungsmöglichkeiten in Zusammenhang.


Wassertemperatur


Die für Bachforellen geltende «Wohlfühlgrenze» von 18°C wurde 2017 bis zu 50 Mal überschritten. Diese höheren Temperaturen haben negative Auswirkungen auf die Brut, das Wachstum und die Gesundheit der Fische. Die Bachforellen sind demzufolge in kühlere Gewässer abgewandert.
Die Sterblichkeitsrate im Zusammenhang mit der proliferativen Nierenkrankheit (PKD) nimmt bei der Bachforelle zu, wenn die Wassertemperatur über 15°C liegt und der Erreger Tetracapsuloides bryosalmonae im Gewässer vorkommt. Diese Temperaturgrenze wurde während mehr als 22 Tagen an allen Messstationen, ausser in der Kalten Sense, überschritten. Der PKD-Erreger konnte bei mehreren Forellen flussabwärts von Zumholz (FR) nachgewiesen werden. Er ist für den Rückgang der Forellenzahlen in diesem Teil der Sense sicherlich mitverantwortlich. Derzeit wird noch untersucht, wie sich der Tetracapsuloides bryosalmonae im Flusslauf verteilt.
Ursache für die rückläufigen Forellenzahlen im Sensegebiet zwischen Zollhaus und der Einmündung in die Saane ist somit die Wassertemperaturerhöhung.
Die anderen Fischarten sind von den höheren Wassertemperaturen weniger betroffen, sie profitieren sogar davon; so wächst beispielsweise die Aletpopulation. Die bei der Fischanalyse gefundenen Erreger und Bakterien liegen im Normbereich. Die anderen Fischarten können insgesamt als gesund erachtet werden.


Anpassung der fischereilichen Bewirtschaftung ab 2019


Aufgrund dieser Studien haben die Kantone Bern und Freiburg beschlossen, die Sense nur noch bis Zumholz mit Bachforellen zu besetzen. Die Zuflüsse der Sense werden wie bisher weiterhin auf der gesamten Flusslänge bewirtschaftet. Das Ziel besteht darin herauszufinden, wie sich die einzelnen Fischarten im Abschnitt zwischen Zollhaus und der Einmündung in die Saane entwickeln werden. Ein Monitoring wird die neue Bewirtschaftung begleiten.

Abschlussbericht Sense 2018 (PDF, 8 MB, 28 Seiten)

Kurzfassung Sensebericht 2016  (PDF, 10 MB, 18 Seiten)


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