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Fischbiologie im Wasserbau am Beispiel der Bachforelle

Das Fischereiinspektorat sorgt dafür, dass bei technischen Eingriffen in Gewässer gemäss Art. 8-10 BGF die darin lebenden Wassertiere, sowie deren Lebensräume bestmöglich geschont werden. Die Lebensraumansprüche der Fische gilt es bei Wasserbauprojekten zu berücksichtigen, gleichzeitig sind nach Möglichkeit Massnahmen zur Verbesserung der Gewässerlebensräume zu treffen.

Das Fischereiinspektorat stellt deshalb Bauherrschaften, Planern und Bauunternehmungen die Merkblattserie „Fischfreundlicher Wasserbau“ zur Verfügung (in Arbeit).


Die Ansprüche der Fische an ihren Lebensraum ändern sich im Laufe ihres Lebenszyklus und variieren zwischen den verschiedenen Fischarten. Die Merkblattserie „Fischfreundliche Strukturen im Wasserbau“ fokussiert auf die Bachforelle (Salmo trutta fario), welche die Fischart mit der häufigsten Verbreitung in den Fliessgewässern des Kantons Bern ist.

Lebenszyklus der Bachforelle


Der Lebenszyklus zeigt in stark vereinfachter Form die wichtigsten Ansprüche an den Lebensraum der Bachforelle in den unterschiedlichen Altersstadien. Es gilt zu berücksichtigen, dass nicht nur der Wasserlebensraum, sondern auch das terrestrische Gewässerumland von zentraler fischökologischer Bedeutung ist. Uferbestockung / Ufervegetation nehmen hinsichtlich Wassertemperatur, Futtereintrag, Jung- / Adultfischlebensraum wichtige gewässerökologische Funktionen ein, welche hier jedoch nicht näher beschrieben werden. (Illustrationen @ D. Rochat)

Lebenszyklus der Bachforelle

Lebenszyklus der Bachforelle

Damit sich die Bachforelleneier erfolgreich im Kieslückensystem entwickeln können, sind sie auf eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff angewiesen. Deshalb gilt es bei technischen Eingriffen in Gewässer während der Fortpflanzungszeit der Fische (Schonzeit) die Trübung durch Wasserhaltungen (wegen Feinsediment - Ablagerungen auf der Kiessohle) auf ein Minimum zu reduzieren. Nach erfolgreicher Eientwicklung schlüpfen die Dottersack-Brütlinge (kleine Fischchen mit Dottersack) im Frühjahr. Sie verbringen noch einige Wochen im Kies bis der Nahrungsvorrat in ihrem Dottersack aufgebraucht ist. Danach steigen sie aus der Kiessohle in das Gewässer auf (Emergenz) und beginnen mit der Nahrungsaufnahme.

Bild vergrössern Damit sich die Bachforelleneier erfolgreich im Kieslückensystem entwickeln können, sind sie auf eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff angewiesen. Deshalb gilt es bei technischen Eingriffen in Gewässer während der Fortpflanzungszeit der Fische (Schonzeit) die Trübung durch Wasserhaltungen (wegen Feinsediment - Ablagerungen auf der Kiessohle) auf ein Minimum zu reduzieren. Nach erfolgreicher Eientwicklung schlüpfen die Dottersack-Brütlinge (kleine Fischchen mit Dottersack) im Frühjahr. Sie verbringen noch einige Wochen im Kies bis der Nahrungsvorrat in ihrem Dottersack aufgebraucht ist. Danach steigen sie aus der Kiessohle in das Gewässer auf (Emergenz) und beginnen mit der Nahrungsaufnahme.

Brütlinge und Jungfische weisen nur eine sehr schwache Schwimmleistung auf. Zudem sind sie stark dem Frassdruck ausgesetzt. Daher sind Forellen-Jungfische auf Zonen im Fliessgewässer angewiesen, welche geringe Strömungsgeschwindigkeiten aufweisen, Schutz vor Fressfeinden und ein reiches Nahrungsangebot an Wasserinsekten bieten. Gute Jungfisch-Lebensräume stellen Flachwasserzonen dar, welche mit Wasserpflanzen bewachsen sind. Flache Uferbereiche mit einhängendem Altgras oder Geschwemmsel-/ Totholzansammlungen können ebenfalls durch Jungfische besiedelt werden.

Bild vergrössern Brütlinge und Jungfische weisen nur eine sehr schwache Schwimmleistung auf. Zudem sind sie stark dem Frassdruck ausgesetzt. Daher sind Forellen-Jungfische auf Zonen im Fliessgewässer angewiesen, welche geringe Strömungsgeschwindigkeiten aufweisen, Schutz vor Fressfeinden und ein reiches Nahrungsangebot an Wasserinsekten bieten. Gute Jungfisch-Lebensräume stellen Flachwasserzonen dar, welche mit Wasserpflanzen bewachsen sind. Flache Uferbereiche mit einhängendem Altgras oder Geschwemmsel-/ Totholzansammlungen können ebenfalls durch Jungfische besiedelt werden.

Mit zunehmendem Alter suchen die Fische zwecks Nahrungsaufnahme auch Gewässerbereiche mit stärkerer Strömung auf. Bachforellen zeigen ein territoriales Verhalten, dabei werden die besten Standplätze durch die stärksten Individuen eingenommen. Bachforellen sind auf Deckungsstrukturen / Fischunterstände angewiesen, welche sie bei Gefahr als Rückzugsgebiete aufsuchen. Gewässerbereiche mit grossen Wassertiefen (Kolke), unterspülte Ufer, oder Ansammlungen von Totholz stellen ideale Rückzugsgebiete für Adultfische dar. Je grösser die Habitatvielfalt unterhalb der Wasseroberfläche ist, desto mehr Fische finden einen Standplatz in diesen Unterwasser-Strukturen.

Bild vergrössern Mit zunehmendem Alter suchen die Fische zwecks Nahrungsaufnahme auch Gewässerbereiche mit stärkerer Strömung auf. Bachforellen zeigen ein territoriales Verhalten, dabei werden die besten Standplätze durch die stärksten Individuen eingenommen. Bachforellen sind auf Deckungsstrukturen / Fischunterstände angewiesen, welche sie bei Gefahr als Rückzugsgebiete aufsuchen. Gewässerbereiche mit grossen Wassertiefen (Kolke), unterspülte Ufer, oder Ansammlungen von Totholz stellen ideale Rückzugsgebiete für Adultfische dar. Je grösser die Habitatvielfalt unterhalb der Wasseroberfläche ist, desto mehr Fische finden einen Standplatz in diesen Unterwasser-Strukturen.

Bachforellen zeigen nicht ein so ausgeprägtes Wanderverhalten über lange Distanzen wie andere Fischarten (z.B. Aal oder Lachs). Ihr Wanderverhalten beschränkt sich auf ein lokales Einzugsgebiet. Aus folgenden Gründen ist es wichtig, dass sich Fische innerhalb eines Gewässersystems ohne die Einschränkung von unüberwindbaren Querbauwerken frei bewegen können. 
	Wanderung zwischen Teillebensräumen (Nahrungsplatz, Ruheplatz etc.)
	Laichwanderung (Aufsuchen der optimalen Plätze zur Fortpflanzung)
	Kompensationswanderung (Wiederbesiedlung des Lebensraums nach Verdriftung durch Hochwasser)
	Ausdehnungswanderung (Besiedlung neuer Lebensräume) durch Jungfische 
	Fluchtwanderung bei ungünstigen Lebensraumverhältnissen (Gewässerverschmutzung, zu hohe Wassertemperatur etc.)

Bild vergrössern Bachforellen zeigen nicht ein so ausgeprägtes Wanderverhalten über lange Distanzen wie andere Fischarten (z.B. Aal oder Lachs). Ihr Wanderverhalten beschränkt sich auf ein lokales Einzugsgebiet. Aus folgenden Gründen ist es wichtig, dass sich Fische innerhalb eines Gewässersystems ohne die Einschränkung von unüberwindbaren Querbauwerken frei bewegen können.  Wanderung zwischen Teillebensräumen (Nahrungsplatz, Ruheplatz etc.)  Laichwanderung (Aufsuchen der optimalen Plätze zur Fortpflanzung)  Kompensationswanderung (Wiederbesiedlung des Lebensraums nach Verdriftung durch Hochwasser)  Ausdehnungswanderung (Besiedlung neuer Lebensräume) durch Jungfische  Fluchtwanderung bei ungünstigen Lebensraumverhältnissen (Gewässerverschmutzung, zu hohe Wassertemperatur etc.)

Die Eiablage / Fortpflanzung der Bachforellen findet von Anfang Oktober bis Februar statt. Die weiblichen Bachforellen wählen eine Stelle im Gewässer mit geeignetem Gewässergrund aus. Es handelt sich vorzugsweise um Stellen mit lockerem Kies mit geeigneter Korngrösse (ca. in der Grösse Haselnuss – Hühnerei). Dort schlagen sie mit Schwanzflosse eine Vertiefung (Laichgrube) in die Kiessohle und legen darin ihre Eier ab. Die Laichgrube wird nach der Eiablage von den weiblichen Fischen wieder mit Kies zugedeckt.

Bild vergrössern Die Eiablage / Fortpflanzung der Bachforellen findet von Anfang Oktober bis Februar statt. Die weiblichen Bachforellen wählen eine Stelle im Gewässer mit geeignetem Gewässergrund aus. Es handelt sich vorzugsweise um Stellen mit lockerem Kies mit geeigneter Korngrösse (ca. in der Grösse Haselnuss – Hühnerei). Dort schlagen sie mit Schwanzflosse eine Vertiefung (Laichgrube) in die Kiessohle und legen darin ihre Eier ab. Die Laichgrube wird nach der Eiablage von den weiblichen Fischen wieder mit Kies zugedeckt.


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