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Erdmandelgras: kombiniert bekämpfen

Das Erdmandelgras ist ein sehr schwer bekämpfbares Unkraut im Acker- und Gemüsebau. Es gehört weltweit zu den bedeutendsten Ungräsern und verbreitet sich zunehmend auch in der Schweiz. Probleme bereitet es vor allem in niedrig wachsenden Kulturen mit lockerer Bestandesstruktur wie bei Gemüse, Rüben oder Kartoffeln.

Das Erdmandelgras vermehrt sich vor allem vegetativ über Wurzelknöllchen. Pro Pflanze können in einem Jahr mehrere Hundert Knöllchen entstehen, diese sind 5-6 Jahre keimfähig. Die Blüten bilden ebenfalls eine hohe Anzahl Samen. Die Verbreitung durch Samen wurde bisher wahrscheinlich unterschätzt.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die Neubildung von Knöllchen, die Bildung von Samen und die Verschleppung zu verhindern.

Als Hilfsmittel steht dazu die Geoportal-Karte zu den bekannten Erdmandelgrasstandorten zur Verfügung:

Geoportal Erdmandelgras

Bitte melden Sie uns noch nicht aufgeführte Standorte. 

Vorbeugende Massnahmen

Verhinderung der Verschleppung von Knöllchen in noch nicht befallene Parzellen.

  • Reinigung der Traktorreifen, Bodenbearbeitungs- und Erntemaschinen auf der befallenen Parzelle
  • Befallene Parzellen zuletzt ernten (v.a. Zuckerrüben und Kartoffeln)
  • Offene Kommunikation bezüglich befallenen Parzellen (Überbetrieblicher Maschineneinsatz, Lohnunternehmer, Flächenabtausch, Vertragsanbau)

Einzelpflanzen und kleinflächiger Befall

  • Die Pflanzen mit der Erde weiträumig bis unter die Pflugsohle ausgraben oder ausbaggern und in der Kehrichtverbrennung oder Spezialdeponie (als biologisch verunreinigtes Material deklarieren) entsorgen.
  • Bekannte Befallsstellen markieren, aussparen und separat bearbeiten und somit eine Verschleppung verhindern.
  • ev. Dampfbehandlung (verursacht allerdings hohe Kosten und hat eine schlechte Umweltwirkung).

Hinweis

Melden Sie sich bei der Fachstelle Pflanzenschutz, falls Sie Probleme mit dem Erdmandelgras haben! Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Grossflächiger Befall

Zurzeit gibt es kein Herbizid, das eine durchschlagende Wirkung gegen Erdmandelgras erzielt. Das Erdmandelgras kann nur in Kombination von chemischen und mechanischen Massnahmen, einer angepassten Fruchtfolge und durch beständigen Konkurrenzdruck von intensiv geführten Kulturen bekämpft werden.

Die Bekämpfung erfolgt über mehrere Jahre und ist aufwendig. Bei Hackfrüchten wie Zuckerrüben und Kartoffeln besteht eine grosse Gefahr der Verschleppung!

Wirkungsvolle Bekämpfung

  • Mais: Vor der Saat mehrmalige Bodenbearbeitung, bei der letzten Bearbeitung Dual Gold in den Boden einarbeiten (Sonderbewilligung!) > Erosionsschutz beachten! Im Nachauflauf kann Equip Power, Basagran oder eine Mischung von Titus und Calaris appliziert werden.
  • Weizen, Triticale: Monitor oder Basagran im Nachauflauf spritzen, Stoppelbearbeitung nach Ernte (siehe unten)
  • Brache: mehrmalige Stoppelbearbeitung nach der Ernte, Round-up auf die neuaufkeimenden Pflanzen spritzen oder Dual Gold einarbeiten (Sonderbewilligung!)

Hinweis

Sanierungsplan erstellen

Will man eine mit Erdmandelgras befallene Fläche sanieren, hat man auch die Möglichkeit, mehrmals Mais hintereinander anzubauen oder einen Teil der Fläche brach zu lassen (Bewilligung nötig!). Dazu kontaktieren Sie die Fachstelle Pflanzenschutz. Gemeinsam mit Ihnen erstellen wir einen Sanierungsplan, wo das weitere Vorgehen festgelegt wird. Im Sanierungsplan sind auch die notwendigen Sonderbewilligungen und ÖLN-Ausnahmen enthalten.

Wenig wirkungsvolle Bekämpfung

  • Kunstwiese: Intensiv führen, keine Zunahme der Knöllchen-Zahl, aber auch keine Abnahme
  • Gerste, Raps: Bekämpfung durch Beschattung, Stoppelbearbeitung nach Ernte (siehe Punkt Brache)
  • Sonnenblumen: Dual Gold Vorsaat einarbeiten

Nicht zu empfehlen

  • Zuckerrüben: Dual Gold oder Frontier 2-3 Mal in Split
  • Kartoffeln: Basagran im Nachauflauf

Weitere Informationen

 


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