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Jakobskreuzkraut: im Frühjahr schneiden und vernichten

Jakobskreuzkraut mit gelben Blütenköpfchen.

Blühendes Jakobskreuzkraut – hübsch anzusehen, aber gefährlich für Rinder und Pferde.

Durch extensivere Landnutzung sowie durch Rationalisierungs- und Ökologisierungsmassnahmen im Strassen- und Bahnunterhaltsdienst können spätblühende Arten wie das Jakobskreuzkraut ungehindert versamen. Sie breiten sich so auch in landwirtschaftlich genutzten Flächen aus.

Gefahr für Gesundheit des Viehs – selbst im Heu

Das schöne gelbe Kraut blüht von Mitte Juni bis August. Was den Augen Freude beschert, bereitet der Landwirtschaft Sorgen. Die Pflanze ist giftig, verursacht vor allem bei Rindern und Pferden Magen- und Darmbeschwerden, Krämpfe, Verwerfen und Leberschädigung. Im Extremfall kann das Jakobskreuzkraut bei Rindern und Pferden zum Tod führen.

Das Jakobskreuzkraut ist eine zweijährige oder ausdauernde Pflanze: Im ersten Jahr werden die Rosetten gebildet und im zweiten Jahr die Blütenstände.

Als "Strassenwanderer" kann sich die Pflanze überall installieren, wo lockere und lückenhafte Bestände vorkommen. Das Besondere beim Jakobskreuzkraut ist, dass die Giftstoffe (so genannte Alkaloide) weder im Heu noch in der Silage verloren gehen. Vergiftungen können deshalb auch während der Winterfütterung des Viehs auftreten: Enthält das Heu z.B. 1 Prozent Jakobskreuzkraut, ist bei einem 650 Kilogramm schweren Rind die tödliche Dosis innerhalb von 3 Monaten erreicht. Die Giftstoffe werden zudem nicht ausgeschieden und sammeln sich in der Leber des Tieres an. Normalerweise wird das Kraut wegen seiner Bitterkeit von den Tieren gemieden. In dichteren Beständen auf Weiden kann das Jakobskreuzkraut von den Tieren trotzdem gefressen werden, jüngere Tiere sind besonders gefährdet. Das Jakobskreuzkraut kann im vegetativen Stadium (Rosettenstadium) vom Rindvieh zudem kaum gemieden werden.

Pflanzen schneiden und vernichten – am besten im Frühjahr

Grundsätzlich ist das Absamen und damit die Verbreitung soweit als möglich zu stoppen. In den Monaten Juni bis August sind entlang von Wegrändern und auf den Weiden die Pflanzen von der Blüte zu schneiden und zu vernichten. Die Pflanzen müssen im Kehricht entsorgt werden; wenn man sie liegen lässt, können die Samen nachreifen.

Chemisch ist das Jakobskreuzkraut im Rosettenstadium mit einem gräserschonenden Herbizid (2,4-D, MCPP, Metsulfuron (Ally Tabs)) bekämpfbar. Im Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) und auf Grünland ist im Prinzip nur die Einzelstockbehandlung erlaubt. Für eine Flächensanierung ist eine Sonderbewilligung nötig. Zudem wird meist eine Übersaat erforderlich, damit sich in den entstehenden Lücken keine weiteren Unkraute ansiedeln.

Die Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts ist im Frühjahr am erfolgreichsten, wenn sich die Pflanzen im Wachstum befinden.


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