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Rotband- und Braunfleckenkrankheit der Föhre

Die Rotband- und Braunfleckenkrankheit (Scirrhia pini und Scirrhia acicola) gelten als besonders gefährliche Schadorganismen und sind daher meldepflichtig. Die Einschleppung der beiden Krankheiten in die Schweiz erfolgt durch infiziertes Pflanzenmaterial in Baumschulen. Beide Pilzkrankheiten führen zu einem Verfärben und Abdorren der Föhrennadeln. Bei einem starken Befall können auch die jüngsten Nadeln erkranken, was zu einem Absterben des Baumes führen kann. Durch die Behandlung der Nadelbäume mit Pflanzenschutzmitteln können die Symptome der beiden Krankheiten kaschiert werden.

Die Schadorganismen sind im Kanton Bern bereits in mehreren Gemeinden an Föhren in Gärten, Parkanlagen und Friedhöfen aufgetreten.

Von Rotbandkrankheit befallenes Nadelbüschel

Bild vergrössern Rotbandkrankheit (Bild A. Angst, WSL)

Symptome und Erkennungsmerkmale

Die Infektion der Föhrennadeln mit den beiden Krankheiten beginnt im Mai während Regenperioden und endet im August. In höheren Lagen ist die Infektionsperiode entsprechend kürzer. Die beiden Pilze sind nahe verwandt, haben das gleiche Wirtsspektrum und rufen ähnliche Symptome bei befallenen Föhren hervor. Die Sporen der beiden Pilze werden mit Wassertropfen verbreitet, keimen auf der Nadeloberfläche und dringen mit Keimschläuchen über die Spaltöffnungen (Stomata) in die Nadeln ein. Um die beiden Krankheiten von anderen Föhrenkrankheiten unterscheiden zu können, bedarf es einer Lupe. Föhren die von einem der beiden Pilze befallen sind, zeigen folgende Merkmale:

·         schüttere Benadelung und/oder starke Nadelverfärbung

·         Nadelverfärbung: orange-rot gefärbte Bänder bei der Rotbandkrankheit resp. gelbe und später braune Flecken bei der Braunfleckenkrankheit

·         ein- bis mehrjährige Nadeln werden zuerst befallen (Pudelschwänze)

Ähnliche Nadelverluste können im August auch durch den normalen Alterungsprozess ausgelöst werden (vergleichbar mit dem herbstlichen Blattfall der Laubbäume). Insekten können auf den Nadeln ebenfalls Verfärbungen verursachen (Frassloch oder Einstichstelle mit Lupe sichtbar).

Durch die Rotbandkrankheit grossteils entnadelter Baum

Bild vergrössern Rotbandkrankheit (Bild R. Schwarz, Fachstelle Pflanzenschutz)

Verbreitung

Vorwiegend bei nassem Wetter werden die Pilzsporen der beiden Krankheiten mit Hilfe von Wassertröpfchen (Gischt, Regen, Nebel) und Wind über eine Distanz von bis zu 300 Meter verbreitet. Bei trockener Witterung können die Sporen nicht verbreitet werden.

Fliessgewässer, Vögel und Fahrzeuge können als mögliche „Hilfsmittel“ bei der Verbreitung eine Rolle spielen.

Die Pilzsporen befinden sich nur auf den Nadeln, nicht auf oder im Holz. Mit Werkzeugen, mit denen nur das Holz von befallenen Bäumen bearbeitet wurde, können die Sporen nicht verschleppt werden.

Bekämpfungsmöglichkeiten

Die kostengünstigste Bekämpfungsmassnahme ist die Vorsorge. Weil die Krankheit bisher vor allem durch infizierte Bäume aus Baumschulen und Gartenbaufirmen in der Schweiz verbreitet wurde, sollten im Wald keine Föhren mehr gepflanzt, sondern auf die natürliche Verjüngung gesetzt werden.

Ausserhalb des Waldes können die beiden Pilze durch den mehrmaligen Einsatz von Fungiziden an befallenen Bäumen bekämpft werden, allerdings ist diese Massnahme nicht immer erfolgreich.

 

Die wirksamste Bekämpfungsmassnahme ist das Fällen der befallenen Bäume mit anschliessender Verbrennung der Nadeln vor Ort. Die Nadeln können auch zusammengenommen und in den Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt werden. Wichtig: Die Bekämpfung der beiden Krankheiten soll immer nur bei trockener Witterung durchgeführt werden.


Weitere Informationen

 


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