Dauerbeobachtungsfläche Oberacker
Auf der Dauerbeobachtungsfläche "Oberacker" am Inforama Rütti in Zollikofen läuft seit 1994 ein praxisnaher Demonstrationsversuch: Er vergleicht die beiden Anbausysteme Direktsaat und Pflug miteinander. Seit 2007 wird zusätzlich die Energie-Effizienz untersucht – insbesondere mit neuen Düngungstechnologien. Die Dauerbeobachtungsfläche "Oberacker" dient den Landwirten als Anschauungsobjekt und Orientierungs- respektive Entscheidhilfe.
Versuchsanlage: 6 nebeneinanderliegende Streifen im Vergleich
Die Anlage besteht aus 6 Parzellen von je 80 Metern Länge und 18 Metern Breite, die je zur Hälfte direkt gesät bzw. gepflügt werden. Aus agronomischen Überlegungen wurde im langjährigen Versuch die Fruchtfolge mehrmals angepasst. Heute werden die Kulturen Silomais, Eiweisserbsen, Winterweizen, Ackerbohnen, Wintergerste und Zuckerrüben angebaut. Der erhöhte Leguminoseanteil und die Gründungung zwischen den Hauptkulturen sollen den Handelsdünger- und damit den Energie-Input reduzieren.
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Dauerbeobachtungsfläche Oberacker, Zollikofen

Bild vergrössern (Öffnet ein neues Fenster) Luftaufnahme vom 29. Juni 2004
Direktsaat schont den Boden, spart Energie und Kosten und bringt leicht höhere Erträge
Der Langzeit-Demonstrationsversuch zeigt: Die Direktsaat ist praxisreif und als Boden schonendes Anbausystem im Vergleich zum herkömmlichen System Pflug konkurrenzfähig. Dies zeigt sich dadurch, dass sich der Boden nach fünf bis sieben Jahren konsequenter Direktsaat verändert hat:
- die Tragfähigkeit ist erhöht
- die Pflugsohlenverdichtung löst sich auf
- Infiltrationsrate und Regenwurmbiomasse haben zugenommen
- der Oberboden ist humusreicher
Weil die Bodenoberfläche ganzjährig bedeckt ist, verringert sich das Verschlämmungs- und Erosionsrisiko. Die Direktsaat bringt leicht höhere Erträge und verbraucht weniger Energie – dadurch ist sie auch wirtschaftlich interessant.
Direktsaat: das schonende und wirtschaftliche Anbausystem
Beim Direktsaatsystem erfolgt die Feldbestellung für die Hauptkultur und Gründüngung ohne jegliche Bodenbearbeitung. Zur Regulierung unerwünschter Begleitflora wird bei Bedarf ein nicht selektives Herbizid appliziert. Im Pflugsystem wird ein Onland-Pflug nur rund 12 cm tief eingesetzt und anschliessend ohne Saatbettbereitung eine Furchensaat vorgenommen. Alle anderen agronomischen Massnahmen wie Pflege und Düngung werden in beiden Systemen identisch durchgeführt.
Die Stickstoff-Dünung erfolgt in beiden Anbausystemen mit dem •CULTAN-Verfahren. Die pflanzengerechte Versorgung mit den anderen Nährstoffen wird durch das •Kinsey-Düngungskonzept sichergestellt, welches mit dem herkömmlichen •GRUDAF-Konzept verglichen wird. Im Gegensatz zum GRUDAF-Konzept wird bei Kinsey auf ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis (inkl. Spurenelemente) geachtet und sowohl das Gesetz des Minimums als auch jenes des Maximums im Sinne einer Optimierung (Balance) berücksichtigt.
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Verbreitung der Direktsaat in der Schweiz (PDF, 360 KB, 6 Seiten)Merkblatt „Direktsaat im Versuch und in der Praxis“: Erkenntnisse aus einem langjährig eingesetzten Direktsaatsystem (PDF, 2.5 MB, 6 Seiten)Direktsaat und Pflug im Systemvergleich – eine Synthese (PDF, 583 KB, 8 Seiten)Vergleichsökobilanz bei Direktsaat und Pflug (PDF, 411 KB, 6 Seiten)Stickstoffdynamik im Boden bei Direktsaat und Pflug (PDF, 538 KB, 6 Seiten)Bodenwasser bei Direktsaat und Pflug (PDF, 1.5 MB, 8 Seiten)Bodenbiologie nach 10 Jahren Direktsaat und Pflug (PDF, 706 KB, 6 Seiten)Entwicklung des Bodengefüges bei Direktsaat und Pflug (PDF, 886 KB, 6 Seiten)Direktsaat und Pflug im 10-jährigen Systemvergleich (PDF, 387 KB, 6 Seiten)Editorial Agrarforschung 13 (4): 143, 2006 (PDF, 176 KB, 1 Seite)Ernteerhebungen Dauerbeobachtungsfläche Oberacker (PDF, 107 KB, 3 Seiten)Kulturenplan Fruchtfolge Dauerbeobachtungsfläche Oberacker (PDF, 21 KB, 1 Seite)
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