Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen

Totalwaldreservate Jetzt sind die Angebote der Waldeigentümer gefragt

11. Mai 2017 – Medienmitteilung

Das Amt für Wald sucht nicht länger nach Gebieten für Totalwaldreservate, sondern lädt die Waldbesitzer ein, ihre Angebote einzureichen. Von diesem Vorgehen versprechen sich der Kanton Bern und die Berner Waldbesitzer viel: Mehr Eigenverantwortung für die Waldbesitzer, einen weiteren Schritt in Richtung einer unternehmerischen Waldwirtschaft und mehr Biodiversität im Wald. Bis im Jahr 2030 möchte der Kanton Bern fünf Prozent der Waldfläche als Totalwaldreservate vertraglich sichern.

Totalwaldreservate sind Wälder, in denen komplett auf eine Bewirtschaftung verzichtet wird. Bisher haben die Waldabteilungen des Amts für Wald Flächen für Reservate gesucht und sind mit den Waldbesitzern in Verhandlungen getreten. Dieses Vorgehen war in vielen Fällen aufwändig und wenig erfolgreich.

Nun hat sich der Kanton Bern für ein anderes Vorgehen entschieden: Er lädt die Waldbesitzer in einem Ausschreibungsverfahren ein, Angebote für Totalwaldreservate einzureichen. «Wir fordern die Waldbesitzer auf, uns Flächen anzubieten, bei denen sie bereit sind, mindestens 50 Jahre auf die Bewirtschaftung zu verzichten», sagte Roger Schmidt, Vorsteher Amt für Wald, am Donnerstag (11. Mai 2017) an einem Medienanlass im Bremgartenwald in Bern. «Die Waldbesitzer sollen sagen, welche Entschädigung sie dafür erwarten.» Das Amt für Wald erhofft sich viel von diesem Vorgehen. «Das ist ein innovativer Ansatz», so Roger Schmidt. «Mehr Markt statt staatliche Planung.»

Die Berner Waldbesitzer begrüssen das Vorgehen des Kantons. Der Wille und die Initiative der Waldbesitzer stünden im Vordergrund. Sie könnten selber entscheiden, ob und zu welchen Bedingungen sie dem Kanton ein Angebot machen wollten. «Dieser neue Ansatz fördert die Eigenverantwortung der Waldbesitzer und trägt zur unternehmerischen Weiterentwicklung der Waldwirtschaft bei», sagte Beat Zaugg, Vize-Präsident der Berner Waldbesitzer.

Eine Verpflichtung für 50 Jahre

Waldbesitzer können ab sofort ihre Angebote einreichen. Die minimale Fläche für ein Totalwaldreservat beträgt 20 Hektaren, die minimale Vertragsdauer 50 Jahre. Zudem müssen qualitative Anforderungen erfüllt sein: Zum Beispiel soll der Waldbestand mindestens zur Hälfte naturnahen Verhältnissen entsprechen. Die Angebote werden von der Projektleitung des Amts für Wald laufend geprüft und beurteilt. Bei guten Angeboten nimmt das Amt für Wald umgehend das Gespräch mit den Anbietern auf, wie Philippe Graf, Spezialist für Waldbiodiversität des Amts für Wald, erklärte. Die Zahlungsbereitschaft des Kantons hängt unter anderem vom ökologischen Wert und der Lage der Waldfläche ab. «Ist die Differenz zwischen den Erwartungen der Waldeigentümer bezüglich der Entschädigung und der Zahlungsbereitschaft der öffentlichen Hand jedoch zu gross, wird auf Vertragsverhandlungen verzichtet», so Graf.

Gemeinsam für mehr Biodiversität im Wald

Der Kanton Bern fördert gemeinsam mit den Waldeigentümern die Biodiversität im Wald. Die Massnahmen werden im Rahmen des laufenden Finanzausgleichprogramms «Waldbiodiversität» massgeblich vom Bund mitfinanziert. Totalwaldreservate sind eine wichtige Massnahme für die biologische Vielfalt. Im Gegensatz zum Wirtschaftswald ermöglichen sie den altersbedingten Zerfall der Bäume. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die in irgendeiner Form auf alte Bäume oder totes Holz angewiesen sind. Bis im Jahr 2030 möchte der Kanton Bern fünf Prozent der Waldfläche als Totalwaldreserverate ausscheiden.

Mediendokumentation

Zurück zur Übersicht über die aktuellen Meldungen


Weitere Informationen



Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

http://www.vol.be.ch/vol/de/index/direktion/ueber-die-direktion/aktuell.html